Pläne für Mehlemer Straße: Ortsvertretung Niederbachem diskutiert über Flüchtlinge

Pläne für Mehlemer Straße : Ortsvertretung Niederbachem diskutiert über Flüchtlinge

Mehr als drei Stunden dauerte die fünfte Sitzung der Ortsvertretung Niederbachem (OV) im Schulungsraum der örtlichen Feuerwehr. Unter der Leitung von Andreas Wollmann diskutierten die OV-Mitglieder, aber auch zahlreich Bürgerinnen und Bürger vor allem zu den beiden Themen Integriertes Handlungskonzept und Flüchtlinge in Niederbachem.

"Das Flüchtlingsthema beschäftigt die Verwaltung bis zur Erschöpfung", erklärte Kurt Zimmermann vom ökumenischen Arbeitskreis, der sich um die Asylsuchenden in Wachtberg kümmert. Laut Zimmermann leben in der Gemeinde aktuell mehr als 280 Flüchtlinge. "In Niederbachem wohnen 29 Flüchtlinge, die aber nicht weiter auffallen, weil sie in privaten Unterkünften untergebracht sind. Sie kommen aus Georgien, Serbien, Pakistan, Syrien und dem Iran", so Zimmermann.

Der ökumenische Arbeitskreis bietet für die Asylsuchenden aktuell drei Sprachkurse an, damit diese rasch Deutsch lernen können. "In der Gemeinde haben wir eine wahnsinnige Bereitschaft zu helfen", freute sich Zimmermann, "es gibt massenhaft Freiwillige, die wir alle nicht koordinieren können."

Er warnte vor einer aufkommenden Panikmache innerhalb der Gemeinde. "Es geistern gerade falsche Behauptungen herum. So hört man beispielsweise, dass die Gemeinde an den Besitzer der Wiesenau in Pech pro Flüchtling pro Nacht 39 Euro zahlen würde - das ist absoluter Schwachsinn", betonte Zimmermann. Dem konnte Jörg Ostermann, Beigeordneter der Gemeinde, nur beipflichten. "Wir sind sehr überrascht, wie viele private Unterkunftsangebote wir bekommen", so der Beigeordnete.

Viel Raum in der Sitzung der Ortsvertretung nahm auch das Integrierte Handlungskonzept ein. Ostermann stellte in einer Präsentation die Pläne detailliert vor. "Am Henseler Hof könnten wir 2016/2017 anfangen, die Mehlemer Straße wäre 2017/2018 dran, und die Arbeiten am Mehlemer Bach werden nicht vor 2019 ausgeführt", so Ostermann. Zwar handelt sich bei dem Konzept bislang nur um einen Plan. "Wir haben das Projekt schon so weit getrieben; jetzt die Reißleine zu ziehen, wäre eine Farce", sagte der Beigeordnete.

Kritik von Seiten der Bürgerschaft kam vor allem bei der Mehlemer Straße auf. Diese soll umgestaltet und eine Spielstraße werden. Viele Autofahrer würden sich schon jetzt nicht an die vorgeschriebenen 30 Kilometer pro Stunde halten und es gebe brenzlige Situationen, wenn Eltern ihre Kinder vor der dortigen Schule und den Kindergärten aus den Autos herauslassen. Da müsse nachgebessert werden.

Außerdem wurde bei der Sitzung der OV bekannt, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Kilometer pro Stunde vor der Ortschaft Niederbachem durch den Kreis aufgehoben wird - hier darf demnächst mit 70 km/h gefahren werden.

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