Aloisiuskolleg in Bad Godesberg: "Offline" gegen Cybermobbing

Aloisiuskolleg in Bad Godesberg : "Offline" gegen Cybermobbing

Was hat das Aloisiuskolleg mit dem UN-Sicherheitsrat zu tun? Wer ist die "International League of Brave Knights"? Und warum soll das Internet für Jugendliche verboten werden?

Die Schüler der Klasse 7 c des Aloisiuskollegs waren am Dienstagvormittag 90 Minuten lang als Spezialagenten der "International League of Brave Knights" unterwegs - virtuell, im Computerraum der Schule. Als Grundlage diente ihnen das interaktive Präventionscomputerspiel "Offline" der Organisation Innocence in Danger (IiD), das gestern im Ako Premiere feierte.

"Das ist für die Schüler sehr spannend", freute sich Klassenlehrerin Annalena Scholz, die das Präventionsprojekt am Abend zuvor auch den Schülereltern vorgestellt hatte. Und: "Das kam total gut an bei den Eltern", berichtete sie. Unterstützung erhielt die Lehrerin gestern von Mitarbeitern von IiD, die die Schüler in das Projekt einführten, einer Art virtueller Schnitzeljagd.

Dabei spielt Til Schweiger den Commander Norton Frederik O´Brian, den Kopf der Organisation, und erteilt per Video den jungen Agenten ihre Aufträge. Im Team und durch fairen Umgang mit den digitalen Medien muss es den Agenten gelingen, ein von den UN verhängtes Internetverbot für Minderjährige abzuwenden.

"Vieles ist heutzutage im Internet einfach nicht mehr kontrollierbar"

"Offline" thematisiert die Themen Cybermobbing, Sexting und Cybergrooming (Anbahnung über das Internet). "Im Spiel und im anschließenden Nachgespräch wird gezeigt, wie man die Vorzüge der digitalen Welt nutzen und sich trotzdem vor Risiken schützen kann", sagte Diplom-Pädagogin Annette Haardt-Becker, die ebenfalls zum Innocence-in-Danger-Team gehört.

"Vieles ist heutzutage im Internet einfach nicht mehr kontrollierbar. Wir müssen die Kinder fit machen, damit sie kritisch damit umgehen. Prävention muss Kinder und Jugendliche emotional erreichen. Das heißt, sie sollten sich die relevanten Themen in einer persönlichen Auseinandersetzung möglichst mit Hilfe von kreativen Medien wie Musik, Fotografie oder Video nicht nur kognitiv, sondern auch emotional aneignen."

Ziel des Projektes ist die Stärkung von sozialer Intelligenz im kreativen und bewussten Umgang mit den digitalen Medien, dem Internet und dem Smartphone. "Wir sind froh und dankbar, dass wir jetzt gleich mit dabei sein können", meinte Rektor Pater Johannes Siebner, der ebenfalls im Computerraum vorbeischaute. "Ich glaube, die Schüler haben die Geschichte verstanden", freute sich Jonas Schweitzer-Faust von IiD.

Das Wichtigste bei dem gesamten Themenkomplex sind aber immer noch die Eltern, die als Kommunikationspartner ihrer Sprösslinge unverzichtbar sind. "Eltern müssen sich für das interessieren, was ihre Kinder im Netz tun", mahnte Annette Haardt-Becker.

Innocence in Danger

Innocence in Danger ist eine weltweite Bewegung gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und kämpft insbesondere gegen die Verbreitung von Kinderpornografie durch die neuen Medien.

Der Verein sorgt für die Thematisierung von Kindesmissbrauch, klärt auf und fördert Prävention und Intervention. Der Verein ist seit Jahren aktiv in diversen Präventionsfortbildungen, auch am Aloisiuskolleg, wo bereits die erste Auflage des Spiels "Offline" vor zwei Jahren "gespielt" wurde.

Ziel ist unter anderem die Aufklärung und Verhinderung sexueller Anmache und Übergriffe mittels digitaler Medien sowie die Verankerung dieser Themen in den Lehrplänen der Schulen und der Lehrerausbildung.

Weitere Infos unter www.innocenceindanger.de

Info

"Offline" kann auch an anderen Schulen online gehen. Interessierte können den Verein mit Sitz in Berlin kontaktieren unter Tel. 030/ 33 00 75 38 oder per Mail an praevention@innocenceindanger.de.

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