Edward Balagon: Neuer Pfarrer in Bad Godesberg

Edward Balagon : Neuer Pfarrer in Bad Godesberg

Edward Balagon ist Karnevalsjeck, Schütze – und bald leitender Pfarrer in Bad Godesberg. Er ist sogar schon mal mit einem Wagen im Karneval unterwegs gewesen.

Helau ist ein Wort, das Edward Balgon in den vergangenen vier Jahren gerne benutzt hat – und das nicht nur im Straßenkarneval, sondern auch auf einem Prunkwagen. Beim Düsseldorfer Rosenmontagszug. „Wenn man dann auf die Kö einfährt und die Menschenmassen sieht, das ist Wahnsinn“, schwärmt der 36-Jährige. Doch bei aller Begeisterung: Ab dem 1. September wird er auf das „Helau“ wohl verzichten müssen. An diesem Tag nämlich wird aus dem Düsseldorfer Kaplan der leitende Pfarrer in Bad Godesberg. Spätestens dann heißt es für den 36-Jährigen nur noch Alaaf.

Schwer wird ihm die Umstellung vermutlich aber nicht fallen. Ist das „Alaaf“ doch quasi eine Rückkehr zu den Balagonschen Wurzeln. Geboren in Frechen, war der Sohn philippinischer Eltern schon früh regelmäßig in Bad Godesberg. In der amerikanischen Siedlung, um genau zu sein. Dort arbeiteten viele Freunde und Bekannte seiner Eltern. Da boten sich Touren gen Süden an. „Wir haben alle zwei bis drei Monate einen Ausflug nach Plittersdorf gemacht“, erinnert sich der 36-Jährige, dessen älterer Bruder mit seiner Familie in Frechen lebt.

2002 dann zog es Balagon komplett nach Bonn. Bis 2009 studierte er hier Theologie, wohnte teilweise im Albertinum und war der Gemeinde Sankt Petrus sehr verbunden. Nach Stationen in Lindlar und Kaarst ging es nach Düsseldorf. 2015 ging Pfarrer Stephan Pörtner dorthin, den Balagon aus seiner Zeit in Lindlar kannte. „Er hatte darum gebeten, sein Team zusammenstellen zu dürfen“, erzählt Balagon. Der Wunsch wurde gewährt – und Pörtner holte den 36-Jährigen ins Boot.

Nun verlässt der Düsseldorf in Richtung Bad Godesberg, und zwar „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. Was ihm am meisten fehlen wird, ist das, worauf er sich am meisten freut: die Menschen. Diese auf ihrem Lebensweg zu begleiten, sie zu ermutigen, für sie da zu sein, mit ihnen den Glauben zu leben und die Kirche zu gestalten, „war meine Motivation, um Theologie zu studieren“, berichtet Balagon. Zwar gehe das auch als Kaplan. „Aber Pfarrer zu sein, war schon immer mein Ziel.“ Auch wenn er Respekt habe, seien Lust, Neugier und Interesse auf und an dem neuen Amt stärker.

Besuche in Bad Godesberg

Dabei startet er im September nicht unvorbereitet. In den vergangenen Wochen war er häufiger in Bad Godesberg, hat unter anderem Kirchengremien und die Bürgerstiftung besucht. Er sei offen und herzlich empfangen worden. „Das tut schon mal gut.“ Ansonsten wolle er „erst einmal schauen, nachhören, was hier die speziellen Themen sind und erfahren, was die Menschen brauchen“, sagt Balagon.

Auch in seiner Freizeit wird es dem 36-Jährigen nicht langweilig: Treffen mit Freunden stehen ganz oben auf der Liste. Aber auch Kinobesuche, Feiern und Karneval kommen nicht zu kurz. Außerdem ist Balagon Schütze – und Mitglied in der Bruderschaft Kaarst.

Ganz allein kommt der 36-Jährige übrigens nicht: Seine Eltern ziehen mit nach Bad Godesberg. Zunächst übergangsweise an die Plittersdorfer Straße, bis es im Februar in die Pfarrwohnung an der Plittersdorfer Hardtstraße geht. Dort residiert momentan noch Stadtdechant und Godesbergs Ex-Pfarrer Wolfgang Picken, dessen Bonner Domizil derzeit erneuert wird.

Übrigens: Es bleibt spannend, welches Balagons erste offiziellen Bad Godesberger Worte sein werden. In Düsseldorf sagte er „Grüß Gott und Helau“. Was ihm ziemlichen Ärger von seinen Frechener Freunden einbrachte. „Wie kannst Du nur Deine Vergangenheit sofort verleugnen“, habe es geheißen, erzählt er mit einem Augenzwinkern. Dieser Kritik muss er sich auf jeden Fall nicht stellen, wenn es „Grüß Gott und Alaaf“ heißt.

Der Einführungsgottesdienst für Edward Balagon beginnt am Sonntag, 15. September, 15 Uhr, in der Kirche Sankt Marien, Burgstraße

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