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TV-Serie "Der Kommissar": Mord mit Kürbisschaumsüppchen

TV-Serie "Der Kommissar" : Mord mit Kürbisschaumsüppchen

In "Der Kommissar" zogen einst Kommissar Herbert Keller und Kriminalhauptmeister Harry Klein mordfalllösend durch München. Im Dinner-Theaterstück "Mord im Nachtclub" ist Keller allerdings mit Grippe ans Bett gefesselt.

Auffällig unauffällig kam der Rittersaal der Godesburg am Samstagabend daher: Die Tischdeko, das Mobiliar, die Bühne am Ende des Saals und die Bar-Kulisse auf der gegenüberliegenden Seite waren komplett in Schwarz-Weiß gehalten. Die Gäste an den runden Esstischen hatten sich dem Farbschema angepasst, verzichteten auf auffällige Farben in ihrer Abendgarderobe und taten es somit den Schauspielern gleich. Kein Zufall, denn die Serie, die dem Stück als Vorlage diente, wurde von 1969-bis 1976, trotz der Einführung des Farbfernsehens 1967, in Schwarz-Weiß ausgestrahlt.

In "Der Kommissar" zogen einst Kommissar Herbert Keller und Kriminalhauptmeister Harry Klein mordfalllösend durch München. Im Dinner-Theaterstück "Mord im Nachtclub" ist Keller allerdings mit Grippe ans Bett gefesselt, es sind also Harry und Kriminalassistentin Rehbein, die den Mord am Animationsmädchen Nina in der Bar Sherbini aufklären müssen. Zu Beginn ist Nina noch quicklebendig und bringt mit ihrer Kollegin Marion als "Sherbini Sisters" mit einem verführerischen Tanz das Publikum in Stimmung. Doch als ihr Liebhaber Paul Bergmann und sein Vater in der Bar auftauchen, flieht sie panisch von der Bühne - sehr zum Unmut ihres Chefs, dem zwielichtigen Mirco Brandic. Während er nach Nina sieht, soll Marion die Gäste zu "Let's twist again" unterhalten. Alleine tanzen ist nur halb so schön, also fordert sie die Damen auf, mit ihr zu twisten, die dieser Einladung nach anfänglicher Zurückhaltung geschlossen nachkommen. Großes Gelächter im Rittersaal: Marion fordert auch die Herren auf mitzutanzen.

Weder Brandic noch Bergmann Senior oder Junior schaffen es, Nina zurück auf die Bühne zu locken. Dann: ein markerschütternder Schrei - Marion hat ihre Kollegin tot in der Garderobe gefunden. "Ist ein Arzt anwesend?", erkundigt sich Brandic. Zaghaft meldet sich eine Dame aus dem Publikum: Frau Dr. Keil wird daraufhin unter dem Gekicher ihrer Begleitungen zur Untersuchung der Leiche aus dem Saal geführt. "Was gibt's denn da zu lachen? Da ist jemand gestorben", erwidert Brandic konsterniert. Eine gute Gelegenheit, den ersten Gang aufzutischen: Kürbisschaumsüppchen mit Chili und Kokos.

Mittlerweile stehen alle unter Tatverdacht, sogar die Gäste. Einige werden deswegen zum Fingerabdrucknehmen abgeführt und am Ende müssen alle schriftlich eine Zeugenaussage abgeben. Kommissar Keller wird oft telefonisch zugeschaltet, lässt es sich am Ende aber nicht nehmen, mit Harry den Mörder persönlich zu überführen. Etwa die Hälfte der Gäste hatte diesen in ihrer Aussage identifiziert. Am Ende zeigten sich die meisten zufrieden mit dem Verlauf des Abends. "Das ganze Ambiente, das Personal, die Tische. Es hat mir sehr gut gefallen", sagte Franz Stenten aus Aachen. "Ein kurzweiliger, spannender Abend", resümierte Karina Pusch, die extra aus München angereist war. "Es war sehr viel Comedy dabei", ergänzte Iris Nowak aus Hennef. Die Schauspieler überzeugten auf ganzer Linie: "Sehr gut in ihren Rollen drin, sehr ausdrucksstark", meinte Svenja Breuer.

Trotz des stolzen Preises von 79 Euro beklagte sich über das Preis-Leistungs-Verhältnis dank vierstündigen Programms und eines Vier-Gänge-Menüs niemand. Einzig der Hauptgang kam bei vielen nicht gut an, zu fettig war das geschmorte Kalbsbäckchen.