Wohnungsbau in Bad Godesberg: Mietwohnungen statt Pflegestation

Wohnungsbau in Bad Godesberg : Mietwohnungen statt Pflegestation

Das Haus der Evangelischen Frauenhilfe wird umgebaut. Bis 2018 sollen 62 Apartments entstehen. Bis zu 70 Prozent wird öffentlich gefördert sein.

60 Jahre ist das Haus der Frauenhilfe alt. Zeit für einen Umbau: Den hat die Delegiertenversammlung der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland im Oktober beschlossen, im neuen Jahr soll es losgehen. „Da kommen wirklich aufregende Monate auf uns zu“, erklärt die leitende Pfarrerin und Geschäftsführerin Dagmar Müller.

So ganz freiwillig geschieht das alles indes nicht. „Die stationäre Altenpflege ist vor zwei Jahren geschlossen worden“, so Müller. „Der Brandschutz war nicht mehr gegeben.“ Die Tagespflege, das Bildungswerk und das Quartiersmanagement waren davon nicht betroffen, und diese werden auch nach dem Umbau wieder ihren Platz bekommen. Statt der stationären Pflege werden nun aber 62 barrierefreie Mietwohnungen mit Größen zwischen 47 und 77 Quadratmetern geben. „Das ist zu 70 Prozent geförderter Wohnraum.“

Man wolle selbstbestimmtes Leben in Gemeinschaft ermöglichen. „Die bevorzugte Wohnform für Menschen, die älter werden, sind die eigenen vier Wände“, sagt die Pfarrerin. Sie würden meist erst dann in die Altenpflege wechseln, wenn es gar nicht mehr anders geht. Diese Menschen sollen aber die Möglichkeit haben, ambulante Hilfe und Pflege in Anspruch zu nehmen. Dem wird das neue Haus der Frauenhilfe gerecht.

Balkon für jede Wohnung

Äußerlich ändert sich gar nicht so viel. „Wir werden das Dach abnehmen und ein Staffelgeschoss einbauen.“ Alle Wohnungen erhalten einen Balkon. Daneben wird der Veranstaltungsbereich für Bildungswerk und Quartiersmanagement modern umgebaut. Weiterhin soll eine Sozial- und Pflegeberatung installiert werden. Man kooperiere außerdem mit dem benachbarten Ernst-Stoltenhoff-Haus, um die Grünflächen zusammenzulegen. Es biete sich auch die Möglichkeit, direkt aus dem Haus der Frauenhilfe in dieses Altenhilfezentrum umzuziehen.

„Es wird ein Haus der Gemeinschaft mitten im Quartier“, sagt Müller. „Wir glauben, dass das ein zukunftsfähiges Projekt ist.“ Der Umbau werde die Evangelische Frauenhilfe im Rheinland acht Millionen Euro kosten, die aus Eigenkapital sowie Fördermitteln der NRW-Bank und kfw-Geldern bezahlt werden.

Derzeit plant man die Umzüge. Die Schließung der Altenpflege sei bedrückend gewesen, aber man habe für alle Bewohner schnell Ersatzunterkünfte gefunden, so Müller. Für Mitte August ist der Start angesetzt, der gesamte Umbau soll 2018 abgeschlossen sein.

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