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Passionskonzert in Bad Godesberg: Matthäus-Passion zieht Publikum in Bann

Passionskonzert in Bad Godesberg : Matthäus-Passion zieht Publikum in Bann

Der Kammerchor Paeda Vocale führt das anspruchsvolle Spätwerk von Heinrich Schütz in der Erlöserkirche und tags darauf in der Marienkirche auf.

Man hätte zwischen den einzelnen Gesangspassagen eine Stecknadel fallen hören können, so still war es am Samstagabend beim Passionskonzert in der Erlöserkirche. Ganz aufmerksam lauschten die Besucher den Stimmen des Bad Godesberger Kammerchores, als dieser unter der Leitung von Wolfram Kuster die Matthäus-Passion aufführte. Mit dem Applaus, so bat Kuster, solle man bitte bis zum Ende des Konzerts warten. So konnten die Besucher die Leidensgeschichte von Jesus Christus, die der Kammerchor in der A-cappella-Komposition erzählte, intensiv verfolgen.

Zu Beginn des Konzerts erklangen erst einmal das gregorianische Kyrie und die Motette „So fahr' ich hin zu Jesus Christ“. Diese schrieb Heinrich Schütz zum Ende des 30-jährigen Krieges, zur selben Zeit, als er sein Hauptwerk, die Matthäus-Passion, komponierte. Schütz war bereits 81 Jahre alt, als er 1666 sein geistliches Chorwerk hat drucken lassen, ohne von dem bevorstehenden Friedensbeschluss zu wissen, wie Kuster vor der Aufführung berichtete.

Die Matthäus-Passion hatte der Kammerchor Paeda Vocale, zu dem sich 1993 Schüler, Eltern, Freunde und Kollegen des Pädagogiums Otto-Kühne-Schule zusammengeschlossen hatten, zuvor erst dreimal aufgeführt. Die letzte Präsentation des Werkes liegt bereits mehr als zehn Jahre zurück. Nun hat sich der Kammerchor erneut an das nicht ganz so einfache Werk gewagt.

Publikum honoriert die große Leistung

„So eine A-cappella-Komposition ist eine besondere Herausforderung. Die Intonation muss dabei stets hoch gehalten werden“, erklärt Kuster. Einzelne Mitglieder des Kammerchores traten bei der Aufführung immer wieder in verschiedenen Rollen hervor: Pilatus, Petrus und andere Figuren aus dem biblischen Passionstext wurden von einzelnen Chormitgliedern gesungen. Fabian Hemmelmann von den Kölner Vokalsolisten und Christian Frommelt, Kantor der Evangelischen Erlöser-Kirchengemeinde, überzeugten in der Passion als Jesus und Evangelist.

Am Sonntag führte der Kammerchor die Matthäus-Passion noch einmal in der katholischen Marienkirche auf. Es hat schon Tradition, dass es eine Aufführung in einer evangelischen und eine Aufführung in einer katholischen Kirche gibt. „Katholische und evangelische Kirchenmusik sind eng miteinander verbunden. Zudem haben beide Kirchen eine sehr gute Akustik für solche Aufführungen“, sagt Kuster.

Mit dem Kyrie endete das Konzert und so schloss sich der Kreis zum einleitenden Stück. Nun durfte das Publikum seine Anerkennung auch mit jeder Menge Applaus zeigen.