Sanierung des Lubig-Geländes: Lösemittel und Mineralöle im Lannesdorfer Boden

Sanierung des Lubig-Geländes : Lösemittel und Mineralöle im Lannesdorfer Boden

Nach jahrelangem Stillstand sollen die Abriss- und Sanierungsarbeiten auf dem Grundstück der ehemaligen Firma Lubig an der Deutschherrenstraße 181-187 bald beginnen. Wie berichtet, soll auf dem Areal ein Einkaufszentrum mit Wohnungen entstehen.

Die Bauherren, die Familie Lubig, hatten dort bis Ende der 90er Jahre eine Maschinenfabrik betrieben. In einer Mitteilung für die Sitzungen von Umweltausschuss und Bezirksvertretung Bad Godesberg im Januar teilt die Verwaltung mit, wie es auf den mit Lösungsmitteln und Mineralölen belasteten Gelände weitergeht. „Die Lösemittel haben das Grundwasser erreicht und dort zu einer ausgedehnten Belastungsfahne geführt“, so die Stadt. Bereits im Mai 2016 hatte sie einen Sanierungsvertrag mit der Josef Lubig GmbH und der Dreh- und Massenteile Lubig GmbH & Co. KG abgeschlossen. In dem Vertrag verpflichte sich die Firma Lubig zur Durchführung von Sanierungsmaßnahmen.

Der Sanierungsplan sah vor, dass zunächst eine Grundwasserreinigungsanlage im Bereich südlich des Stadions Pennenfeld den Betrieb aufnehmen sollte, was am 25. September 2017 der Fall war. Da diese inzwischen stabil läuft, „wird auf dem ehemaligen Betriebsgelände ein Bodenaustausch vorgenommen, um das belastete Erdreich zu entfernen und einen weiteren Zulauf von Lösemitteln in das Grundwasser zu unterbinden“, teilt die Verwaltung mit. Die Arbeiten auf dem Betriebsgelände wurden bereits vergeben.

Nach dem Abriss der alten Firmengebäude wird das Erdreich ausgebaggert. Belastete Bereiche, die tiefer liegen, werden im Wabenverfahren gehoben. Dazu werden wabenförmige Rohre in den Boden gerammt, ausgebaggert, mit Kies verfüllt und wieder gezogen. Auf diesem Wege wird der Boden bis zu einer Tiefe von neun Metern ausgetauscht.

„Nach Abschluss der Arbeiten steht ein baureifes Gelände zur Verfügung“, so die Stadt. Mit dem ausführenden Unternehmen sei vereinbart, dass vor Beginn des Bodenaustausches eine Lärmprognose erstellt wird. Die Beeinträchtigung der Nachbarschaft soll damit reduziert werden. „Seitens des Vorhabenträgers ist eine Information der Anwohner über die anstehenden Arbeiten vorgesehen“, erklärt die Verwaltung. Der Abriss der Hochbauten soll Anfang des Jahres beginnen, der Bodenaustausch voraussichtlich im März. Im Juni soll das Gelände fertig sein.

Die Planungen für ein neues Einkaufszentrum an der Deutschherrenstraße gehen damit nach mehr als neun Jahren in die entscheidende Runde.

Bereits seit 2009 liegen die Skizzen zur Bebauung des 12 000 Quadratmeter großen Areals vor. Die Projektmanagement-Gesellschaft VDH aus Erkelenz hatte sie 2009 in einem frühen Stadium sogar schon der Öffentlichkeit vorgestellt. „Aber wir haben anfangs nicht gedacht, dass die Sanierung des Geländes so aufwendig ist“, erklärte vor zwei Jahren VDH-Geschäftsführer Otto von der Heide. Lubig hatte an der Deutschherrenstraße Präzisionsdrehteile aus Metall hergestellt. Zu Reinigungszwecken wurden verschiedene Lösungsmittel eingesetzt, durch die es auf dem Betriebsgrundstück zu Verunreinigungen des Bodens und des Grundwassers mit leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen gekommen ist.

VDH möchte an der Deutschherrenstraße ein zweigeschossiges Gebäude errichten. Der Lebensmittelmarkt plus Lager soll dabei mit insgesamt 2200 Quadratmetern die Hauptfläche einnehmen.

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