Integrative Arbeit: Lisa will ihren Schulkameraden helfen

Integrative Arbeit : Lisa will ihren Schulkameraden helfen

Friesdorfer Bodelschwinghschule hat zu einer dreitägigen Zukunftskonferenz eingeladen, bei der der erfolgreiche Gemeinsame Unterricht diskutiert wurde.

Gerade hat der Rat beschlossen, sechs weitere Bonner Regelgrundschulen auch für Förderkinder zu öffnen. In Godesberg werden das ab Sommer die Andreas- und die Beethovenschule sein. Nun hatte die Grundschule mit der meisten, nämlich 30-jährigen Erfahrung im Gemeinsamen Unterricht (GU) zu einer Zukunftswerkstatt eingeladen: die evangelische Bodelschwinghschule.

Nicht auf dem Fleck stehen bleiben, die erfolgreiche integrative Arbeit weiterentwickeln, sich stark für die Zukunft machen: Das sei das Ziel der dreitägigen Veranstaltung gewesen, an der Lehrer, Eltern, Kinder, Mitarbeiter der offenen Ganztagsschule, der Förderverein und die Sekretärin teilnahmen, sagt Rektorin Barbara Schmitz. "Wir wollen auf unserem Weg zur Inklusion nicht stehenbleiben. Deshalb haben wir neue Pläne geschmiedet."

Und jeder konnte mitmischen: die kleine Luisa etwa als Moderatorin, die sich dafür einsetzte, dass ihre behinderten Schulkameraden noch mehr Unterstützung bekommen, oder die Eltern und Kinder, die auf dem Außengelände einen Sandkasten für alle forderten. "Wir haben über unser Menschenbild nachgedacht und darüber, wie spezielle Wünschen in den Schulalltag eingebracht werden können", sagt Schmitz.

Jahrgangsübergreifender Unterricht wurde angefragt. Einiges sei demnächst gleich mit dem Kinderparlament zu besprechen, etwa, ob auch das Zähneputzen ein fester Bestandteil des Schulalltags werden soll. "Einige Kinder wollten auch wieder zur Schulmilch den süßeren Kakao einführen. Mal sehen, was wir da entscheiden", so die Rektorin. Andere Ergebnisse würden in die Nachkonferenz Mitte September eingehen. "Da wollen wir überprüfen, wie weit wir in der Realisierung sind."

Als fachkundiger Moderator fungierte Christian Kemper von der Firma inbetweener GbR, Bonn. Als Unterstützer waren die Montag-Siftung und der Bonner Verein "Gemeinsam leben - gemeinsam lernen" (GLGL) gewonnen worden. "Ich kenne kaum eine Schule, an der Kinder, Lehrer und Eltern auf gleicher Augenhöhe miteinander agieren", sagt die GLGL-Vorsitzende Ingrid Gerber. Sie sei besonders gespannt, ob die Schule das in der Konferenz geplante Projekt tiergestützter Pädagogik umsetzen wird. "Die Schule überlegt, einen Schulhund einzusetzen." Tiere hätten ja einen ganz anderen Zugang zu Behinderten. "Die holen aus ihnen heraus, was Menschen gar nicht können."

Das Festprogramm

Neben der Zukunftskonferenz sind weitere Veranstaltungen geplant, um das 30-jährige Bestehen von "Gemeinsam lernen" an der Bodelschwinghschule zu feiern. So wird am 23. und 24. Juni das Stück "Das doppelte Lottchen" aufgeführt. Beginn ist Samstag um 16 Uhr und Sonntag um 14 Uhr in der Turnhalle. Am 26. Juni ist der Film "Accompagnato - die Kunst des Begleitens" im Gemeindesaal der Pauluskirche zu sehen. Der Eintritt ist frei, die Anfangszeit steht noch nicht fest. Ein Gottesdienst mit anschließendem Festakt findet am 19. Juni in der Pauluskirche statt. Auch da wird die Zeit noch geklärt. Am 30. Juni beginnt um 15 Uhr das Schulfest "Platz für alle" auf dem Schulhof. Dann werden auch Originale deutscher Bilderbuchillustratoren wie Janosch versteigert. (jab)

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