Künstler aus Bonn: Leon Löwentraut ist weltweit unterwegs

Künstler aus Bonn : Leon Löwentraut ist weltweit unterwegs

Jung ist er – und trotzdem reist er schon jetzt um die ganze Welt, um seine Ausstellungen vorzubereiten und zu eröffnen. Künstlerisch ist der frühere Schüler des Godesberger Aloisiuskollegs Autodidakt und hat sich inzwischen vor allem auf Acrylmalerei spezialisiert.

Heute noch im Atelier in Düsseldorf ist Leon Löwentraut auch schon wieder auf dem Sprung nach St. Petersburg, wo er im Puschkin-Museum ausstellt. Gerade einmal 21 Jahre alt ist der gebürtige Kaiserslauterer, der einst das Internat des Aloisiuskollegs (Ako) besuchte, und hat schon vor Jahren seine Berufung gefunden. „Ich habe schon als kleines Kind gemeinsam mit meiner Mutter gemalt. Sie hat mich zum Malen gebracht, aber schon bald war für mich klar, dass ich eher Gesichter, Silhouetten und Masken malen will, während sie eher Naturbilder malte.“

Dass Löwentraut schon sehr früh wusste, was er will oder auch nicht, zeigte sich auch bald auf der Schule. 2008 ging er auf das Internat des Aloisiuskollegs, wo er vier Jahre blieb. „Mit 13, 14 Jahren war für mich klar, dass ich mich ganz der Kunst widmen will und bin daher wieder nach Düsseldorf und dort zur Schule gegangen.“ Zu Hause in Düsseldorf und ohne das Internatsleben hatte er wieder mehr Freiraum, sich der Kunst zu widmen. Seiner Kunstlehrerin in Düsseldorf ist er bis heute dankbar und pflegt den Kontakt zu ihr.

Reisen sind das A und O seiner Inspiration

Künstlerisch ist er Autodidakt und hat sich inzwischen vor allem auf Acrylmalerei spezialisiert. „Ich habe natürlich viele Techniken wie beispielsweise Öl, Kohle und Acryl ausprobiert. Inzwischen male ich vor allem mit Acrylfarben, weil sie besonders leuchtend sind und mir für Öl die Geduld fehlt.“

Die Inspiration für seine Bilder findet er vor allem bei den zahlreichen Reisen, die er unternimmt: „Für mich sind Reisen das A und O meiner Inspiration. Ich liebe es, mich mit anderen Kulturen auseinanderzusetzen und diese zu entdecken. Und natürlich gehören auch Besuche in Museen und Galerien auf der ganzen Welt dazu. Es ist wichtig, sich auch mit anderen Künstlern und ihren Werken zu beschäftigen, was ich auch in Form einer eigenen Kunstsammlung tue.“

Löwentraut selbst malt knallig bunt und abstrakt, inspiriert von Picasso, Matisse und Basquiat. Ob es in der Kunst etwas gibt, was ihn fasziniert, wovor er aber mit seinen 21 Jahren noch zurückschreckt, sich Zeit lassen will? „Ich zeige nur einen Bruchteil dessen, was ich kann und probiere viel aus, natürlich auch andere Techniken. Aber ich nehme mir nicht vor, beispielsweise in zehn Jahren dies oder jenes zu machen. Ich lasse die Zeit auf mich zukommen. Der Stil ändert sich eh kontinuierlich – wenn ich mir jetzt meine Bilder von vor drei Jahren anschaue, sind die ganz anders als das, was ich heute mache“, so der Düsseldorfer.

Ausstellung im Mäanderbau der GIZ in Bonn

Aktuell läuft seine Ausstellung „#Art4GlobalGoals“ im Mäanderbau der GIZ in Bonn, in der er in Lithografien die 17 wichtigsten Entwicklungsziele der Weltgemeinschaft und der UN künstlerisch umgesetzt hat. Neben der nächsten Ausstellung in St. Petersburg stehen in diesem Jahr noch weitere in Kopenhagen, Zürich, dem Vatikan, Florenz und auf Ibiza an.

Was der Shootingstar der Kunstszene in seiner Freizeit macht (wenn er denn welche hat)? „Ich bin immer noch ein ganz normaler Junge und treffe mich gerne mit Freunden und gehe aus. In der Regel male ich nachts, schlafe dann etwas länger und genieße den Tag. Ich bin der glücklichste Mensch auf der Welt.“

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