Maryam Yazdtschi: Das Stück ist crazy: Laientheater in Bad Godesberg

Maryam Yazdtschi: Das Stück ist crazy : Laientheater in Bad Godesberg

Die erfahrene Regisseurin hat mit der Jugendtheater AG der Erlösergemeinde das Stück „Hysterikon“ inszeniert. Am 7. Juli ist die Premiere.

Es versprechen vergnügliche Abende zu werden. Gerade sind die 19 Jugendlichen der Offenen Tür (OT) der evangelischen Erlösergemeinde von ihrem Theaterwochenende in der Bad Honnefer Jugendherberge zurück, wo sie zwei Tage lang intensiv an ihrem Theaterstück gearbeitet haben. Am Freitag, 7. Juli, ist Premiere, und bis dahin wird noch jeden Tag geprobt.

Das wird auch notwendig sein, denn „Hysterikon“ ist eine sehr textlastige zweistündige Aufführung. Doch die zehn- bis 18-jährigen Jungs und Mädchen sind unter der bewährten Regie von Maryam Yazdtschi, die das schon seit achtzehn Jahren macht, zu jungen Bühnenprofis geworden. Zusammen mit Yazdtschi und dem Jugendleiter der Kirchengemeinde, Wolfgang Walther, haben die Jugendlichen das Erfolgsstück von Ingrid Lausund ausgesucht, die aktuell als Drehbuchautorin der Serie „Tatortreiniger“ nicht nur viele Preise entgegennehmen konnte, sondern vor allem auch bei dem jungen Publikum Erfolge feiert. So scheint auch Hysterikon, 2001 zum ersten Mal auf der Bühne des Hamburger Schauspielhauses uraufgeführt, den Nerv der heutigen Zeit und den der Jugendlichen getroffen zu haben.

Total überzeichnete Figuren

„Das Stück ist crazy“, sagt Yazdtschi, die auch als Ensemblemitglied von Pink Punk Pantheon zeigt, wie man Verrücktheiten auf die Bühne bringt. „Die Jugendlichen können sich in den total überzeichneten Figuren sehr gut wiederfinden“, ergänzt Walther.

In Hysterikon ist die Welt ein Supermarkt. Die Menschen sind überwältigt von dem, was es alles zu wählen gibt. Wie im „wahren Leben“, wird es immer schwieriger, eine Auswahl zu treffen. „Da stehen Frau Gucci und Herr Armani vor dem Regal und können sich ebenso wenig entscheiden, wie ‚Das Mädchen‘, das sich vor dem Überangebot von links- oder rechtsdrehenden Ingwer- oder Mango-Joghurts letztlich für Herrn Armani entscheidet“, gibt die Regisseurin eine typische Szene wieder, die bei aller Gesellschaftskritik auch viel Komisches enthält.

Und das ist es wohl auch, was die Jugendlichen herausfordert. Sie konnten sich mit eigenen Textideen einbringen und das Stück so auch ihrer Lebenswirklichkeit anpassen. Im Supermarkt wird mit der „Life-Card“ bezahlt: Je mehr man ausgibt, desto mehr wird das Leben begrenzt. Und an der Kasse wird abgerechnet. Die Kassierer sind die Moderatoren des Stücks. An ihnen kommt keiner vorbei. Auch das Publikum nicht.

Hysterikon, wird von der Jugendtheater AG der Erlöserkirchengemeinde im historischen Gemeindesaal in der Kronprinzenstraße 31 aufgeführt. Premiere ist am 7. Juli. Weitere Aufführungen: 8., 9., und 10. Juli, jeweils ab 19 Uhr. Eintritt für Jugendliche 3,99 Euro, für Erwachsene 5,99 Euro.

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