Kabarettistische Glaubenswoche: Lachtherapie mit Willibert Pauels

Kabarettistische Glaubenswoche : Lachtherapie mit Willibert Pauels

Sieben Künstler an sieben Abenden: Die zweite Kabarettistische Glaubenswoche der evangelischen Thomaskirchengemeinde ist in vollem Gange. Am Montag trat Willibert Pauels in der Pauluskirche auf.

Pauels ist ein Kind des kölschen Karnevals. Ein ordentlicher Einmarsch darf bei seinem Programm einfach nicht fehlen. Und so kam es, dass die gesamte Pauluskirche am Montagabend aus voller Kehle "Heidewitzka, Herr Kapitän" sang, um Pauels gebührend in Empfang zu nehmen.

Man kennt ihn als Büttenredner und Kommentator des Kölner Rosenmontagszugs - Pauels ist aber ebenso katholischer Diakon. Witze über die evangelische Kirche blieben da natürlich nicht aus. "In der Kirche versteht man diese Witze wenigstens noch!", freute sich Pauels. Beleidigt wirkte hier keiner, vielmehr freute man sich über den Versuch der Verständigung zwischen den beiden Richtungen des Christentums.

Pauels rote Pappnase, das schwarze Mützchen und die weißen Handschuhe fehlten an diesem Abend ebenfalls nicht. Zu seinem Programm gehörten neben dem Kostüm auch die typischen Sticheleien gegen die allgemein als steif geltenden Westfalen. "Ich könnte den ganzen Abend Westfalen-Witze erzählen", kicherte er begeistert. Ein Witz, der nie alt wird: das Publikum stimmte ihm lachend zu.

Paules erzählte aber keineswegs den Rest des Abends Westfalen-Witze. Stattdessen kam er auf ein ernstes Thema zu sprechen: Depressionen. Pauels selbst litt einst unter Depressionen, und es schien ihm ein Herzenswunsch, über die missverstandene Krankheit aufzuklären. "Scham, Schuld und Verdrängung" werden gesellschaftlich oft mit Depressionen in Verbindung gebracht. Dabei sind die Ursachen oft biologisch erklärbar und keinesfalls Hirngespinste. In die Psychiatrie zu gehen, sei die beste Entscheidung seines Lebens gewesen.

Wer meint, damit wäre die Stimmung gekippt und der Abend gelaufen, der hat weit gefehlt. Sogar seine Depression nahm Pauels mit Humor und brachte den Saal genauso zum Lachen wie zuvor. Warum, erklärte er mit griechischer Philosophie: Es sind nicht die Dinge, die uns unglücklich machen, sondern wie wir sie sehen. Ein Beispiel: Im Rheinland hat man keine Depressionen, sondern "et ärme Dier". Perspektivwechsel dieser Art machen uns frei, denn "nur wer über den Dingen steht, kann sie belächeln". Glaube und Kabarett sind daher keine Gegensätze, ganz im Gegenteil: "Beide erlösen. Wenn sie gut sind, machen beide frei."

Vor seinem Auftritt war Pauels laut eigener Aussage ob der hochkarätigen Kabarettisten, die ebenfalls in dieser Woche auftreten, richtig aufgeregt. "Aber die Angst hat sich wieder mal als vollkommen unnötig erwiesen", sagte er nach dem Auftritt. Wie es ihm gefallen hat? "Sehr, sehr gut!"

Kartenverkauf

Alle Veranstaltungen finden in der Pauluskirche, In der Maar 7, statt. Tickets erhält man für je 20 Euro in den Ticketshops der Geschäftsstellen des General-Anzeigers. Der Erlös geht an die Evangelische Thomasstiftung Bad Godesberg.