Sportplätze in Bonn: Kunstrasen in Friesdorf soll erneuert werden

Sportplätze in Bonn : Kunstrasen in Friesdorf soll erneuert werden

Der Sportplatz in Friesdorf soll erneuert und durch einen Zaun geschützt werden. Die Kicker sollen dann mit anpacken und den Platz künftig pflegen.

Was sich in der Vergangenheit bereits andeutete, ist – sofern die Politik grünes Licht gibt – nun sicher: Der Kunstrasenplatz in Friesdorf soll erneuert werden. Denn, so das Argument der Stadt, die Spielstätte, die seit 2009 einen Kunstrasenbelag hat, ist in keinem guten Zustand.

Sich lösende Nähte, Fehlstellen und Risse „bergen ein hohes Gefahrenpotenzial“, so die Verwaltung. Auch müssen Teile der elastischen Tragschicht erneuert beziehungsweise stabilisiert werden. Außerdem müsste der Platz immer häufiger und intensiver gereinigt werden – ein Indiz dafür, dass er „vorzeitig seine Verschleißgrenze erreicht hat“.

Weil man damit rechnet, dass die Gummiverfüllstoffe europaweit verboten werden, geht man in Friesdorf andere Wege. Dort will die Stadt bereits Kork einsetzen. Stimmt die Bezirksvertretung zu, sollen die Arbeiten im Herbst beginnen. Insgesamt wird die Maßnahme rund 314 000 Euro kosten.

Ohne Diskussionen werden die Entscheidungen in Bezirksvertretung und Sportausschuss wohl nicht fallen. Denn weil der Friesdorfer Platz erneuert werden muss, müssen sich die Kicker des Godesberger Fußballvereins (GFV) weiterhin gedulden.

Wie berichtet, sollte das Alte Stadion, von dem ein Teil an die Firma Miesen veräußert wird, ab Herbst einen Kunstrasenplatz erhalten. Weil man aber laut Stadt in Bad Godesberg nicht zwei Sportplätze parallel erneuern kann, weil sonst Ausweichflächen für die Ligaspiele fehlten, soll die Maßnahme an der Friesdorfer Straße später umgesetzt werden – vermutlich erst im April 2020.

Maßnahme soll Vandalismus vorbeugen

Darüber hinaus ist der FC Blau-Weiß Friesdorf Teil des Pilotprojekts, Sportvereine an der Pflege von Kunstrasenplätzen zu beteiligen. Mit dabei sind fünf Vereine, darunter die Sportfreunde Ippendorf 1923, der BSV Roleber 1919, der Oberkasseler FV 1910 und in Graurheindorf der TV Rheindorf 1911. Für ihren Einsatz erhalten die Vereine einen Zuschuss.

Im September 2018 hatte der Sportausschuss das Pilotprojekt auf den Weg gebracht. Gleichzeitig befürwortete das Gremium, dass die ausgewählten Kunstrasenplätze vorbehaltlich der Zustimmung der Bezirksvertretungen eingezäunt werden.

Am Kunstrasenplatz in Friesdorf müssen insgesamt 25 Meter erneuert und Teilstücke des vorhandenen Maschendrahtzauns neu gespannt werden. Nach Auskunft des Sport- und Bäderamtes kostet das rund 5000 Euro. Auch die anderen Kunstrasenplätze im Projekt erhalten eine Umzäunung. In Graurheindorf wurde er schon gebaut.

Die Maßnahme soll Vandalismus vorbeugen, denn in der Vergangenheit wurden an diversen Sportplätzen immer wieder Schäden festgestellt. So zum Beispiel in Pennenfeld, wo einmal Farbe auf den Rasen gesprüht und an einem Flutlichtmast ein Fahrrad aufgehängt wurde. Graffiti gab es auch auf dem Kunstrasen in Plittersdorf, dort wurde außerdem eine Platzüberdachung mehrfach demoliert, genau wie Flutlichtmasten, Müllbehälter, Sitzbänke und Schilder.

Ein Problem ist laut der Verwaltung, dass insbesondere nach Ende des Trainings- oder Wettkampfbetriebs durch die Vereine die Plätze bislang unbeaufsichtigt sind. Denn auch der Stadt fehlten vor allem abends die Kapazitäten, den Zutritt zu kontrollieren.

"Die Stadt kann das nicht allein leisten“

Doch es geht nicht nur um Vandalismusschäden, sondern auch darum, die Lebensdauer der Kunstrasenplätze durch sachgerechte, intensivere Wartung zu verlängern. Dabei sollen nun die Vereine helfen.

Bereits 2015 hat der Sportausschuss im Einvernehmen mit dem Stadtsportbund beschlossen, die Vereine an der Unterhaltung der Anlagen zu beteiligen. „Wir binden die Vereine ein, damit sie Verantwortung für den Platz übernehmen und mithelfen, ihn in Schuss zu halten. Die Stadt kann das nicht allein leisten“, sagt Elke Palm, Vizechefin des Sport- und Bäderamtes.

Kunstrasenhersteller geben beispielsweise vor, dass im Herbst jeden Tag das Laub vom Platz entfernt werden muss. Die konkreten Pflegeaufgaben sollen mit den jeweiligen Vereinen abgestimmt werden. Palm: „Arbeiten, die nur mit Großgeräten ausgeführt werden können, übernimmt der Sportstättenpflegedienst.“ Der soll den Zustand regelmäßig kontrollieren und die Vereine beraten.

Eine wichtige Aufgabe wird den Vereinen übertragen: Sie sollen die Sportstätten morgens um 8 Uhr öffnen und abends um 22 Uhr abschließen, um dem Vandalismus einen Riegel vorzuschieben. „Aber es bleibt dabei: Die Sportstätten stehen der gesamten Öffentlichkeit für Freizeitsport während der Öffnungszeiten zur Verfügung“, betont Elke Palm. Nach einem Jahr sollen die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt bewertet werden und in ein Gesamtkonzept zur Unterhaltung der Sportanlagen einfließen.

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