Kunstverein Bad Godesberg: Kunst wie auf den Leib geschrieben

Kunstverein Bad Godesberg : Kunst wie auf den Leib geschrieben

Lisa Bille und Tobias Buß zeigen im Glaskarree des Kunstvereins Bad Godesberg ihre Werke, die allesamt Menschen als Thema haben.

Ihre Kunst ergänzt sich: Bille präsentiert Holzschnitte und Drucke, Buß zeigt mit Öl und Aquarell gemalte Gemälde und Tuschezeichnungen. Die Vernissage der Ausstellung „Auf den Leib geschrieben“ wurde von den Besuchern bewundernd und interessiert wahrgenommen. Bille und Buß haben beide Kunst studiert und sich bei einer Arbeitsgruppe kennengelernt. Den Menschen als Inspiration und Objekt ihrer Werke fänden beide faszinierend und interessant, sagte Buß. „Für mich ist es wichtig, dass die Figuren Präsenz haben und lebendig wirken“, so Buß.

Und diese Präsenz ist beim Betrachten der Bilder spürbar. Die abgebildeten Menschen, die nach realen Vorbildern in der dargestellten Szene gezeichnet sind, blicken einen direkt an. Es scheint, als ob sie wüssten, was der Betrachter denkt. Besonders bei dem Bild „Sulun“ tritt dieser Eindruck stark hervor. Es zeigt eine junge Frau, die ruhig und entspannt mit einem Glas in der Hand den Besucher frontal anblickt.

Bei den Bildern von Buß hat man den Eindruck, die Personen seien Teil des Geschehens. Seine Inspiration bekomme er im realen Leben, er sitze auch mal mit seinen Farben im Café und zeichne die Szene vor ihm, sagte Buß. „Meine Bilder sind eine Kombination aus Beobachtung und eigener Erfindung. Das Maß von Farbe und Form ist mir wichtig“, sagte er.

Die Drucke und Holzschnitte von Lisa Bille strahlen ebenfalls eine Anwesenheit aus. Die meisten ausgestellten Bilder von ihr sind Akte, sowohl schwarz-weiß gehalten als auch bunt gedruckt. Zurzeit sei sie fasziniert vom Bild und Spiegelbild, was sie auch in ihren Drucken umgesetzt hat. Das Bild „Sabine zu Dritt“ zeigt das Modell aus gleichzeitig drei verschiedenen Perspektiven, der Spiegeleffekt wird dort gut sichtbar. Die Drucktechnik fasziniere sie. Die Holzplatten seien manchmal auch gut zur Inspiration, um zu sehen, welche Position die Figur einnehmen müsse, so Bille.

„Der tollste Moment ist, wenn man nach dem Arbeiten auf den einen bestimmten Punkt hin endlich den ersten Abzug in den Händen hält und das fertige Werk sieht. Das ist wie Weihnachten“, sagte Bille strahlend. Das Schnitzen sei anstrengend, aber auch befreiend. Sie könne die Vertiefungen, Strukturen und Konturen bestimmen und sich so ausleben. „ Es hat etwas Geheimnisvolles, das Endergebnis wirklich erst, nachdem es aus der Druckerpresse gekommen ist, zu sehen. Das ist dann die Belohnung“, sagte Bille.

Die Ausstellung endet am Montag, 28. November, mit dem Künstlergespräch im Glaskarree, Burgstraße 85, um 20 Uhr.