Traditionslokal in Bad Godesberg: Kritik an Redüttchen-Betreibern

Traditionslokal in Bad Godesberg : Kritik an Redüttchen-Betreibern

Die Pächter der Redoute sehen sich mit Kritik an ihrer Entscheidung konfrontiert, das Redüttchen nur noch auf Bestellung für Gruppenreservierungen zu öffnen. Insgesamt sähen sie ihre Geschäfte in Bad Godesberger "weiterhin auf einem guten Weg", erklären sie.

Gegenüber dem General-Anzeiger hatten sich zuletzt Gäste darüber beklagt, die am Redüttchen unverhofft vor verschlossenen Türen gestanden hatten. Harsche Kritik an den Betreibern übt deshalb auch die Bad Godesberger FDP.

"Wir haben entschieden, uns auf das Geschäft mit Veranstaltungen in der Redoute zu konzentrieren und das Redüttchen nur noch für geschlossene Veranstaltungen zu nutzen", bestätigt Pächter Christoph von Borries auf Anfrage, was auch Plakate am Eingang des Speiselokals verkünden.

Ab etwa 15 Personen werden demnach Reservierungen entgegen genommen, bis zu 70 Gäste finden im Redüttchen Platz. Die Konzentration auf das Buchungsgeschäft habe sich bei zehn privaten Veranstaltungen in diesem Jahr auch schon bewährt - vertrage sich jedoch aus seiner Sicht nicht uneingeschränkt mit dem ständigen Restaurantbetrieb, sagt von Borries.

Von einem "Scheitern" des Konzepts für das Redüttchen, wie in der Stadt hinter vorgehaltener Hand bereits gemunkelt wurde, könne hingegen nicht die Rede sein. Christoph von Borries: "Natürlich gibt es für jedes Restaurant mit einem gehobenen Anspruch und Niveau auch Phasen, in denen das Geschäft mühsamer läuft. Uns erschien es zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll, uns auf das Geschäft mit Buchungen zu konzentrieren."

Personelle Änderung habe die Entscheidung nicht zur Folge gehabt, mit der Stadtverwaltung als Eigentümerin sei der Schritt abgestimmt, so der Betreiber, der sich nicht zuletzt angesichts der jüngsten Buchungen durch hochkarätige Kunden für die Redoute in seiner Strategie bestätigt sieht: Zuletzt gaben sich etwa das Modelabel Dior und die Schmuckmarke Thomas Sabo in der Redoute ein Stelldichein.

Zu den gesellschaftlichen Höhepunkten zählte etwa der Neujahrsempfang des Marketing-Clubs Köln/Bonn. Die Kölner Gastronomen, die dort die "Wolkenburg" und das Hochhaus "KölnSky" bewirtschaften, hatten bei der Übernahme erheblich in die Bad Godesberger Liegenschaften investiert. Davon, dass das Geld richtig angelegt ist, habe er angesichts der anstehenden Buchungen keinerlei Zweifel, sagt Christoph von Borries.

Ob er damit auch die Bad Godesberger Liberalen überzeugt, steht dahin. Die riefen dieser Tage in einer geharnischten Pressemitteilung bereits danach, das Redüttchen unterzuverpachten. "Woher sollen auch Kölner Gastronomen ein Verantwortungsgefühl für Bad Godesberg hernehmen?", poltert der örtliche FDP-Vorsitzende Ulli Hauschild. Nun herrsche "Totenstille in diesem für Bad Godesberg zentralen historischen Areal", beklagt er und erinnert sich an den lebendigen täglichen Ganztagsbetrieb, in den bei Sonnenschein die komplette Terrasse einbezogen wurde.

Die FDP will die Mai-Sitzung der Bezirksvertretung dazu nutzen, die Haltung der Stadt in dieser Angelegenheit zu erfahren. Von einer "Totenstille" könne keine Rede sein, entgegnet Christoph von Borries: "Buchungen im Redüttchen sind jederzeit möglich und willkommen."

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