Klufterplatz: Kritik an geplanter Boulebahn in Friesdorf

Klufterplatz : Kritik an geplanter Boulebahn in Friesdorf

Der geplante Bau einer Boulebahn auf dem Klufterplatz in Friesdorf stößt auf Widerstand. Viele Anwohner sehen die Sportstätte eher in der Nähe vom Freibad.

Vormittags auf dem Klufterplatz. Die Sonne scheint, doch Friesdorf scheint noch zu schlafen. Nur ein paar Bänke sind besetzt, der ein oder andere kommt zu Fuß oder mit dem Rad zum Einkaufen. Doch innerhalb weniger Minuten kommt plötzlich Leben auf den Platz. Die Leute essen Eis, klönen und die Kinder speilen mit dem Wasser am Basaltbrunnen. Dabei könnte man fast vergessen, dass das Umfeld eigentlich recht trist ist. Schon lange erwarten die Friesdorfer die angekündigte Sanierung. Ein paar Fahrradständer sind schon abmontiert worden. Auf Anfrage teilt die Stadt mit, dass aber auch das noch kein Vorbote ist: In den nächsten Wochen werde mit dem Bau noch nicht begonnen.

"Platz sieht aus wie ein Friedhof"

„Seit zwei Jahren nennen sie uns immer andere Termine“, sagt Giovanni Imperiale, Inhaber des Eiscafés Bianchi. Er freut sich auf den Umbau, auch wenn er dann wohl für einige Zeit keine Tische rausstellen kann. „Wenn der Platz schöner wird, dann ist das auch für uns eine Bereicherung“, sagt er. Er kennt viele Friesdorfer, denen der jetzige Zustand nicht gefällt. „Der Platz ist zu grau, sieht aus wie ein Friedhof.“ Weil er von der Sanierung wusste, hat Imperiale auch in diesem Jahr kein zusätzliches Personal angeheuert. Ihm war das Risiko zu groß, dass der Terrassenbetrieb auf einmal wegfällt und er Mitarbeiter entlassen müsste. Wer sein Eis an den Tischen auf dem Platz essen möchte, geht es sich selbst im Laden holen. Das gefalle zwar nicht jedem Kunden, „viele haben sich aber daran gewöhnt“, so der 45-Jährige Eishersteller.

Das macht auch Maria Königsfeld nichts aus, die das schön Wetter auf dem Klufterplatz genießt. „Die Erneuerung der Platten ist nötig. Die Wurzeln heben alles hoch“, sagt die Ur-Friesdorferin und hofft, dass deswegen jetzt nicht die Bäume gefällt werden müssen. Die Stadt will in der einen Ecke eine Boulebahn errichten. „Die ist quatsch“, sagt Königsfeld: Sie erinnert sich daran, als sie vor einigen Jahrzehnten noch In der Kumme wohnte. Da hätten die Franzosen immer Boule gespielt, gut gelaunt und mit entsprechendem Lärmpegel. Das will sie heute nicht mehr. „Die alten Friesdorfer sind gegen die Bahn“, meint auch Werner Suing. „Sie nimmt zu viel Platz weg“, meint Sandra Atar und wünscht sie sich lieber ins Umfeld vom Freibad Friesi.

Neue Strahler und zusätzliche Bänke

Nach Angaben der Stadt wird zunächst der gesamte alte Pflasterbelag herausgenommen und durch neue Betonplatten ersetzt. An der Stelle der Treppe wird das Tiefbauamt eine barrierefreie Rampe bauen. Geplant ist auch eine Zufahrt für Lieferverkehr bei Veranstaltungen. Dafür muss ein „alter, nicht mehr entwicklungsfähiger Baum gefällt werden“, teilt die Verwaltung mit. Der Gehweg an der Margaretenstraße wird ausgebessert. Wurzeln haben einige Versorgungskästen angehoben. Die kommen nun an geeignetere Stellen. Die Stadt baut am Steinkreuz neue Strahler ein und zusätzliche Bänke und Mülleimer auf. Extra für den Weihnachtsbaum kommt eine neue Bodenhülse in den Boden. Alte Betonkübel werden verschwinden. Die zwölf mal vier Meter große Boulebahn kommt ans nördliche Ende. Die gesamte Sanierung kostet 138 000 Euro.

Maria Königsfeld ist es recht, dass das alles noch was auf sich warten lässt. Sie will nämlich gerne noch den Restsommer auf dem Klufterplatz genießen.