130 Terrarien mit 150 lebenden Tieren: Krabbeltiere zum Anfassen in der Stadthalle Bad Godesberg

130 Terrarien mit 150 lebenden Tieren : Krabbeltiere zum Anfassen in der Stadthalle Bad Godesberg

130 Terrarien mit 150 lebenden Tieren wie Vogelspinnen, wandelnden Blätter und Tausendfüßlern füllten vergangenen Samstag den Saal. Die Exoten der Familie Liebe lockten Hunderte Besucher an.

Ein bisschen klischeehaft ist es ja schon, die Freundin mit einer Spinne zu verschrecken. Aber als einer der Gäste der Spinnen- und Insektenausstellung in der Godesberger Stadthalle fragte, ob seine Begleiterin die Vogelspinne mal auf die Hand nehmen dürfe, hatte sie bereits angeekelt das Weite gesucht.

Der Frage nach der Vogelspinne erteilte Tierpfleger Meikel Liebe ein Abfuhr. „Unsere brasilianische Riesenvogelspinne nehme ich in dem Trubel nicht raus“, erklärte Liebe, der zuständig für die Logistik der Ausstellung war. Es gebe aber vier kleinere Exemplare, die die Besucher anfassen dürften und das natürlich nur, wenn sie sich wirklich trauten. „Wenn eine Vogelspinne sticht, ist das nicht tödlich“, beschwichtigte Liebe. Das Gift sei vergleichbar mit dem einer Wespe. Trotz vieler Ängste und Ekel gebe es pro Ausstellungstag immer ein oder zwei mutige Besucher, die eine Vogelspinne auf die Hand nehmen würden.

Die zwölf Jahre alte Lasiodora Parahybana, eine zwölf Zentimeter lange Vogelspinne, war das Herz der Ausstellung. „Mit ihr hat alles angefangen“, erinnerte sich Liebe. Er hatte die Vogelspinne zu seinem neunten Geburtstag von einer Freundin übernommen. Danach folgten immer mehr außergewöhnliche Insekten und Spinnen. „Irgendwann hatte ich einen richtigen Zoo“, so Liebe.

Die farbenfrohen Spinnen wie die Poecilotheria Metallicammer und die außergewöhnlichen Vogelspinnen wie die Mexikanische Rotknie-Vogelspinne sorgten dafür, dass immer mehr Freunde vorbeischauten. So kam die Familie Liebe auf die Idee, ihre Spinnen und Insekten einmal im Monat auszustellen. „Wir haben uns bewusst entschieden, die Tiere nur so selten zu zeigen, um garantieren zu können, dass es den Tieren gut geht“, erklärte Liebe. Wenn sich eine Spinne zum Beispiel häute, dann bleibe sie einfach zu Hause. „Sie sind ohne ihre Haut einfach zu empfindlich.“ Zu der Bad Godesberger Ausstellung konnten aber alle Tiere mit.

Seit fünf Jahren stellt die Familie aus – dieses Jahr zum ersten Mal in Bonn. „Es ist wirklich schwierig gute Orte zu finden“, sagte Liebe. Die Räume müssten klimatisiert sein und es dürfe keine Treppen geben. Auch die Entfernung zum Veranstaltungsort spiele eine Rolle. „Die Tiere werden von Euskirchen mit einem speziellen Transporter zu den Ausstellungen gebracht.“ Jedes Tier habe seinen eigenen Platz im Transporter. „Das Wichtigste ist, dass es den Tieren gut geht.“