Aloisiuskolleg in Bonn: Knobeln, rechnen, überlegen am Mathetag

Aloisiuskolleg in Bonn : Knobeln, rechnen, überlegen am Mathetag

Dass Mathematik langweilig ist, werden die Bad Godesberger Schüler nicht bestätigen. 100 Kinder und Jugendliche nahmen am 20. Mathetag im Aloisiuskolleg teil. Hoch im Kurs standen Zauberwürfel, Logikrätsel und Geduldsspiele.

Die wenigsten Schüler und solche, die es mal waren, werden „Mathematik“ antworten, wenn man sie nach ihrem Lieblingsfach fragt. Für alle aber gilt das nicht. Das zeigte sich am Samstag eindrucksvoll am Aloisiuskolleg (Ako). Dort fand der 20. Mathetag statt. Mit dabei waren rund 100 Kinder und Jugendliche – vom Ako selbst, aber auch Nachwuchs-Tüftler von mehreren Grundschulen.

Beim ersten Tag dieser Art vor zehn Jahren seien 20 Teilnehmer dabei gewesen, „bis heute stieg die Zahl unaufhörlich an“, sagte Ausrichter Mario Haunhorst, für den es Abschiednehmen hieß. Viele Jahre lang hatte er den Mathetag, der zweimal im Jahr stattfindet, geplant, jetzt gibt er den Organisatorenstab an Nicole Hoffman weiter.

„Wir wollen mit dem Mathetag Freude am allseits bekannten Schulfach vermitteln, welches uns ein Leben lang auf dem beruflichen Weg überall begleitet“, stellte Rektor Pater Martin Löwenstein fest. Er war begeistert, wie groß das Interesse auch dieses Mal war. Kein Wunder also, dass in diesem Jahr wieder 30 Ako-Schüler bei Mathe-Olympiaden in Bonn und der Region dabei sein werden, beispielsweise bei der Regionalrunde in der Bonner Telekom-Zentrale. Im September steht zudem ein Bonner-Mathe-Turnier auf dem Programm.

Der Mathetag wird mit unterschiedlichen Projekten gestaltet

Doch zurück zum Mathetag. Dieser wurde und wird mit unterschiedlichen Projekten gestaltet, bei denen geknobelt und überlegt, gerechnet und manchmal auch gerätselt wird. Wie wird eine Küstenlinie mit einem Winkelmesser vermessen?, war eine zentrale Frage bei „Geometrie im Alltag“ und „Navigation“. Teilbarkeitsregeln standen genauso auf dem Programm wie „Spielen und Strategie“, wo die optimale Spielführung im Mittelpunkt stand. Logicals (Logikrätsel), die nur durch logische Schlussfolgerungen lösbar sind, sorgten für rauchende Schülerköpfe. Ebenfalls sehr gefragt waren Workshops zu Leuchttürmen und Mathematik mit Dominosteinen.

Doch das war noch nicht alles: Rätsel zum logischen Denken, sogenannte Nanogramme, wollten gelöst werden. Rechnen in verschiedenen Zahlensystemen stand genauso auf dem Matheprogramm wie das Geduldsspiel Pentomino-Kalender, das Geometriespiel Euclidea am Computer und der Versuch, Zahlenrätsel strategisch zu lösen. Mit sieben Zauberwürfeln ging es an einer weiteren Station auf die Suche nach der schnellen Lösung. Das Ziel: Möglichst zügig farbgleiche Seiten hinzubekommen.

Magdalena Düchs und Johanna Rohrmann aus der Klasse 9a des Ako waren begeistert vom Mathetag – allerdings schlägt ihr Herz ohnehin für das Fach Mathematik. Die Schülerinnen beschäftigen sich gerne mit der Origami, der Kunst des Papierfaltens, erklärten sie unisono. Und führten ihr Können direkt vor: Ausgehend von einem zumeist quadratischen Blatt Papier ließen sie beim Falten zwei- oder dreidimensionale Objekte wie beispielsweise Tiere, Papierflieger, Gegenstände und geometrische Körper entstehen.

Johanna Rohrmann hat das Mathe-Gen aus dem Elternhaus mitbekommen

Seit der fünften Klasse nehmen beide Schülerinnen an den Mathetagen teil. Sie habe das Rechnen mit Zahlen eigentlich nie gemocht, gestand Magdalene Düchs. Auch Kopfrechnen habe ihr nicht besonders gelegen. Dann aber schalteten sich die Eltern ein, die ihr den Weg in die Mathematik zeigten. Das lag ihrem Vater wohl besonders am Herzen: Er ist Physiker, so die Schülerin. Die elterlichen Bemühungen fruchteten: Mittlerweile ist sie beim Thema Zahlen und logisches Denken begeistert dabei.

„Ich habe das Mathe-Gen wohl auch schon aus dem Elternhaus mitbekommen“, bemerkte auch ihre Mitschülerin Johanna Rohrmann mit einem Augenzwinkern. Schließlich sei ihr Vater bei der Marine, ihre Mutter studiere Betriebswirtschaft.

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