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Kleiderkammer der Diakonie in Bad Godesberg feiert zehnjähriges Bestehen

Diakonie : Kleiderkammer in Bad Godesberg feiert zehnjähriges Bestehen

Die Kleiderkammer der Diakonie an der Godesberger Allee feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Mehr als 40 ehrenamtliche Mitarbeiter sorgen für einen reibungslosen Ablauf in den großzügigen Räumen an der Godesberg Allee.

Blau wie die Schrift der Diakonie sind die Buchstaben des Wortes „Kleiderkammer“ an der Scheibe im Erdgeschoss in der Godesberger Allee 6-8. „Das betont die gute und enge Zusammenarbeit“, fand Elke Volz. Zurzeit des Umzugs vor zehn Jahren war sie Presbyterin und hat wie die ehemalige Mitarbeiterin Gisela Neumann die Arbeiten und den Neuanfang begleitet. Beide besuchten die Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen des Ladens, in dem gebrauchte Kleidung, Haushalts- und Alltagsgegenstände sowie Kinderspielzeug auch für diejenigen Menschen erschwinglich sind, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

Glück habe man gehabt, als man vor zehn Jahren dringend nach neuen Räumen für die Kleiderkammer gesucht habe. „Man unterhält sich und plötzlich ist da die Lösung“, beschrieb Neumann den günstigen Umstand, ausgerechnet mit jemandem über die Suche gesprochen zu haben, der eine Lösung für das Raumproblem parat hatte. „Vorher waren wir im Gemeindehaus, aber das war viel zu eng, und das ging nicht mehr“, sagte Neumann. „Als es dann losging, haben wir tagelang organisiert, geschleppt, gewischt und eingeräumt“, erinnert sich Volz. Auch die Ehemänner der engagierten Frauen haben mit angefasst. „Die haben ihr Werkzeug mitgebracht, Regale und Tische aufgebaut. Viele haben auch beim Tragen geholfen.“

Herausgekommen ist dabei ein luftig eingerichteter Raum mit Regalreihen und Kleiderständern, in dem die Kundschaft im übersichtlich und gut sortierten Angebot nach dem suchen kann, was sie benötigt. Kurz vor 13 Uhr am Jubiläumssamstag bildete sich eine kleine Menschentraube vor dem Ladenlokal an der B 9.

Mit dem Öffnen der Tür strömen etwa 20 Menschen in die Gänge, später folgen noch mehr. Junge und Ältere, Mütter mit kleinen Kindern und eine Kleinfamilie stöbern in den Regalen mit Pullovern, Hosen und den Kleiderständern mit den warmen Jacken. Eine Mutter mit Kinderwagen zog es ohne Umschweife in die Kinderecke, wo sie sich bei der Babykleidung umschaute. „Ich bin heute zum ersten Mal hier, weil ich beim Gottesdienst von der Einladung gehört habe“, erzählte eine andere Kundin. Sie probierte verschiedene Schals und freute sich über die angenehme Atmosphäre. „Ich kaufe viel Secondhand oder in Kleiderstuben“, sagte sie. Meist sei es dort deutlich beengter.

„Anfangs hatten wir hier nur den halben Raum, weil die Diakonie mit der anderen Hälfte andere Pläne hatte“, sagte die ehemalige Presbyterin. Schnell sei aber klar geworden, dass ein hoher Bedarf und ein gutes Angebot ebenso vorhanden war wie viele Ehrenamtliche, die mit anfassten. „Mehr als 40 ehrenamtliche Mitarbeiter bringen sich hier mit sehr viel Energie und vielen tollen Ideen ein“, sagte Anneke Ahrens, die zusammen mit Rita Roscher die Kleiderkammer leitet. Neben der Annahme der Spenden gilt es, die Dinge einzuräumen und zu den Öffnungszeiten die Kunden zu betreuen.

Eine Stütze für die Gesellschaft sind die Mitarbeiter nicht nur für ihre Kunden, die oft genug nicht nur materielle Not leiden, sondern manchmal einfach nur ein offenes Ohr brauchen. Auch Schüler, die ein Sozialpraktikum absolvieren, junge Menschen, die nach einem Fehltritt Sozialstunden ableisten müssen, aber auch Konfirmanden, die einen Platz für ein Gemeindepraktikum suchen, sind hier an der richtigen Adresse. Damit man diesen Platz für alle Menschen noch besser erkennen kann, stellen die Aktiven in Zukunft ihr Geburtstagsgeschenk zum Zehnjährigen zu den Öffnungszeiten vor der Tür auf: Eine Werbefahne mit der Aufschrift: „Kirche zieht an – Kleiderkammer“.