Weiterführende Schule in Bonn: Kein Samstagsunterricht mehr am Aloisiuskolleg

Weiterführende Schule in Bonn : Kein Samstagsunterricht mehr am Aloisiuskolleg

Das Aloisiuskolleg an der Elisabethstraße war die vorletzte Schule in Bad Godesberg, an der noch Samstagsunterricht stattfand. Zum neuen Schuljahr wird es nun an den Wochenenden keinen Unterricht mehr geben.

Nach den Sommerferien beginnt am Aloisiuskolleg eine neue Zeitrechnung. Das Gymnasium stellt nach vielen Gesprächen und Abstimmungen den 14-tägigen Samstagsunterricht ein – bis auf Tage der offenen Tür oder Projekttage. Neben dem Pädagogium ist es die letzte weiterführende Schule in Bad Godesberg mit diesem Angebot. An einen solchen Unterricht vor „Urzeiten“ erinnert sich beispielsweise Guido Trimpop, Leiter des Konrad-Adenauer-Gymnasiums. Seine Kollegin Daniela Römmler von der Gertrud-Bäumer-Realschule spricht von freien Samstagen in den vergangenen 15 bis 20 Jahren.

„Mit dem Wegfall unseres klassischen Internats und der Rückkehr zu G 9 war die Notwendigkeit nicht mehr gegeben“, erläutert Schulleiter Walter Odekerken. Eltern und Lehrer hätten bei einem Onlineverfahren abgestimmt, der Schülerrat die Meinung in den Klassen abgefragt. „Bei allen drei Gruppen gab es deutliche Dreiviertelmehrheiten für die Abschaffung“, so der Ako-Schulleiter. Schließlich bat Kollegsleiter Pater Martin Löwenstein als Schulträger die Schulkonferenz um ihr Votum. In ihr sitzen zehn Lehrer sowie fünf Eltern und Schüler. In einer geheimen Abstimmung, so Rektor Löwenstein, habe diese sich mit 17 zu drei Stimmen klar für die Beendigung des regulären Samstagsunterrichts ausgesprochen.

Große Entlastung für die Woche

„Bei uns ist das seit mehr als 20 Jahren Geschichte“, sagt der stellvertretende Schulleiter des Clara-Fey-Gymnasiums Bernhard Boch auf Anfrage zur Thematik. „Wir haben bei der Einführung von G 8 überlegt, den Samstagsunterricht wieder aufleben zu lassen, aber eigentlich waren alle froh, dass er weg war“, sagte Boch. Es habe von keiner Seite den Wunsch gegeben, die Regelung wiedereinzuführen. Anders am Ako. „Für manche Familien war dieser Unterricht ein gewichtiger Grund, ihr Kind an das Kolleg zu geben“, sagt Odekerken. Denn es bedeute eine große Entlastung für die Woche, alle zwei Wochen vier Stunden lang bis 11.30 Uhr anzubieten. „Vor allem für die Schüler der Unter- und Mittelstufe bedeutete das, keinen Nachmittagsunterricht von Montag bis Freitag zu haben und stattdessen an Sport- oder Musikangeboten teilhaben zu können“, meint der Ako-Schulleiter.

Odekerken und sein Team müssen die Entscheidung nun für das kommende Schuljahr umsetzen. „Wir befinden uns allerdings wegen der Abkehr von G 8 sowieso im Umbruch und fahren ein Kombimodell.“ Denn während die Fünft- und Sechstklässler wieder nach neun Schuljahren Abitur machen, läuft für die Klasse 7 bis 10 das Modell nach G 8 erst mal weiter. „Die Erprobungsstufe wird ab 2019/20 keinen Nachmittagsunterricht haben“, kündigt Odekerken an. Für die anderen aber werde es bei 34 unterzubringenden Wochenstunden plus einzuhaltender Mittagspause auch Langtage geben; in der Mittelstufe bis 15.30 Uhr, in der Oberstufe – meist mit Sport – teils bis 17.30 Uhr.

„Der Bezirksregierung Köln sind keine öffentlichen Gymnasien bekannt, an denen regelmäßig Samstagsunterricht stattfindet“, erklärt Sprecherin Vanessa Nolte. Für Schulen in privater Trägerschaft lägen keine Infos vor. Generell sieht das Schulgesetz NRW unterrichtsfreie Samstage vor. „Über Ausnahmen entscheidet die Schulkonferenz im Einvernehmen mit dem Träger“, so Nolte. Was also für fast alle Haupt-, Real, Gesamtschüler und Gymnasiasten in Godesberg Alltag ist, erreicht nun das Ako an der Elisabethstraße. „Mir wird samstags nach 27 Jahren etwas fehlen“, bilanziert Odekerken.

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