Ungewöhnliche Sportart: „Jugger ist wie eine Kissenschlacht“

Ungewöhnliche Sportart : „Jugger ist wie eine Kissenschlacht“

Das erste Anfängerturnier im Jugger gewinnt das Düsseldorfer Team. Die Bonner unterliegen im Finale nur knapp. Ein sogenanntes kleines Rheingefecht richtet sich am Sonntag in Bad Godesberg an Kinder.

Zum ersten Anfänger- und Kinderturnier in einer ungewöhnlichen Sportart lud fürs Wochenende der Verein Jugger Bonn/Rhein-Sieg in die Turnhalle der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule ein. „Jugger ist wie eine Kissenschlacht“, erklärte Til Kuhlemann-Lages, selbst Juggerspieler. Die Regeln seien dabei recht simpel: Es gibt fünf Spieler pro Team. Vier dieser Spieler sind mit sogenannten Pompfen, einer Art Waffe in Schläger- oder Kugelform, ausgerüstet. Ein Teammitglied fungiert als Läufer und trägt keinen Pompfen bei sich. Ziel des Spiels ist es, den Jug, eine Art weicher Stab, im Mal, dem Tor, zu versenken. Ein Spiel dauert zwei Mal 100 Trommelschläge, etwa 20 Minuten.

„Die Pompfen bauen wir selbst“, erklärte Jonas Breull-Wierschem, Trainer der Kindermannschaft des Jugger Vereins Bonn/Rhein-Sieg und Spieler des Bonner Teams „Flying Juggmen Bonn“. Es gebe da auch einfach keine Industrieware, so Breull-Wirschem.

Bonner Team unterliegt mit nur zwei Punkten im Finale

Am Samstag kämpften insgesamt acht Teams aus Bonn, Düsseldorf und Speyer gegeneinander. Den Sieg trug das Juggerteam aus Düsseldorf davon. Das Bonner Team unterlag den Siegern mit nur zwei Punkten im Finale. „Wir haben gut gekämpft, leider hat es nicht gereicht“, sagte Leonarda Parduzi, Organisatorin des Turniers und Juggerspielerin.

Am Sonntag machten sich dann die Kinder kampfbereit. Beim ersten „kleinen Rheingefecht“ erhielten die 16 Teilnehmer zwischen acht und 13 Jahren ein Gummibändchen. Die Mannschaften wurden vor jedem Spiel neu ausgelost. Die Kinder des Siegerteams gewannen ein weiteres Bändchen. „Es kann also nur ein Kind gewinnen“, erklärte Jonas Breull-Wierschem, Trainer der Kindermannschaft des Jugger Vereins Bonn Rhein-Sieg. Gespielt werde, solange die Kinder Lust haben.

„Wichtig ist natürlich auch die Versorgung“, ergänzte Parduzi. Für die Kinder gab es Hotdogs. „Die Eltern haben auch Kuchen mitgebracht“, freuten sich die Organisatoren. Außerdem bekomme jedes Team einen Kasten Wasser, das sei alte Juggertradition, so Parduzi.

Ziel des Turniers sei es, den Jugger-Sport zu fördern und zu verbreiten, erklärte Breull-Wischem. „Wir trainieren jeden Donnerstag zwischen 16 und 17.30 Uhr auf der Poppelsdorfer Allee und freuen uns über weitere Mitspieler“, sagte der Trainer der Kindermannschaft. Willkommen seien Kinder zwischen acht und 13 Jahren. „Es ist wirklich eine tolle Atmosphäre“, schwärmt Parduzi. Auch um die Pompfen, die zum Juggern gebraucht werden, müssen sich die Kinder keine Gedanken machen: „Wir basteln die Pompfen zusammen“, erklärte Breull-Wierschem.

Mehr von GA BONN