Berufsmesse für Menschen mit Behinderung: "Jobdating-Day Inklusion" in Godesberger Stadthalle

Berufsmesse für Menschen mit Behinderung : "Jobdating-Day Inklusion" in Godesberger Stadthalle

Sich im Gespräch für einen Job qualifizieren? Das war die Idee hinte "Jobdating-Day Inklusion" in der Godesberger Stadthalle. 17 Arbeitgeber aus der Region, wie die Deutsche Telekom, das Uniklinikum oder das Bundeskriminalamt präsentierten sich auf der Jobmesse.

Elke Schneider war aus Bornheim in die Godesberger Stadthalle gekommen, um sich bei der ersten Berufsmesse für Menschen mit Behinderung nach einem Job umzuschauen. Die 47-jährige Schwerbeschädigte ist seit einem Jahr arbeitslos und als arbeitssuchend bei der Bonner Agentur für Arbeit gemeldet. Sie wurde, so wie insgesamt 300 weitere Personen, von der Agentur gezielt angeschrieben und eingeladen, sich beim „Jobdating-Day Inklusion“ umzuschauen. „Ich finde die Idee sehr gut“, meinte sie, „allerdings schreckt mich der hohe Geräuschpegel hier ein bisschen ab.“

Insgesamt 17 Arbeitgeber, unter ihnen das Bundeskriminalamt, die Deutsche Telekom, die Deutsche Welle, das Uniklinikum Bonn oder Arbeitgeber aus dem Hotel- und Gaststättenbereich nutzten die Chance, auf diesem besonderen Weg neue Fachkräfte für ihre Betriebe und Institutionen zu gewinnen. Die Arbeitsagentur hatte gemeinsam mit dem Netzwerk „bonn-rhein-sieg-fairbindet“ zu der eintägigen Veranstaltung eingeladen. „Vor knapp zwei Jahren las ich in der Zeitung einen Bericht über eine ähnliche Veranstaltung in Bergisch Gladbach und war sofort begeistert“, berichtete Ralf Steinhauer, Bereichsleiter Reha/Schwerbehinderte der Arbeitsagentur.

Die Bewerber konnten sich vor oder auch nach den Gesprächen mit von ihnen ausgewählten Arbeitgebern bei den Beratern der Arbeitsagentur informieren. Zum kostenlosen Begleitservice gehörte unter anderem ein Bewerbungsunterlagencheck sowie die Möglichkeit, Bewerbungsfotos zu machen oder die Beratung eines Stylisten in Anspruch zu nehmen. Sogar die Parkplätze an der Kurfürstenallee waren exklusiv für die Besucher der Messe reserviert worden. „Wir wollten den Weg für unsere Klientel auf diese Weise verkürzen“, so Steinhauer. Die Rigal'sche Wiese ist zurzeit wegen Sanierung gesperrt.

„Die praktische Unterstützung für die Besucher finde ich sehr gut“, lobte zum Beispiel Besucherin Stefanie Matthießen-Musa, die beim Unternehmen Tertia für den Bereich Rehabilitation verantwortlich ist. „Allerdings wünsche ich mir noch mehr Firmen, die sich in diesem Bereich engagieren.“

„Ich bin schon überrascht, wie viele Bewerber hier sind“, sagte Petra Schwarz, Ausbildungsleiterin beim Bundeszentralamt für Steuern mit Sitz in Beuel. „Wir sind sehr offen und wollen den Leuten auch eine Chance geben“, ergänzte ihre Kollegin aus der Personalabteilung, Angelina Gieraths. Wolfgang Pütz, Mitveranstalter vom Netzwerk „bonn-rhein-sieg-fairbindet, sagte: „Es ist gut zu sehen, dass viele Arbeitgeber an einem inklusiven Arbeitsmarkt für die Region mitwirken. Erfahrungsgemäß werden aus inklusiven Bewerbern motivierte Mitarbeiter, die positiv auf die Betriebskultur wirken.“ Das Fazit bei den Veranstaltern war rundum positiv: „Insgesamt wurden rund 500 Gespräche geführt und im Anschluss etwa 100 Folgetermine vereinbart“, sagte Lars Normann, Pressesprecher der Arbeitsagentur.