Godesberger Pippi-Langstrumpf-Haus: Initiative Villa Kunterbunt feiert 25-jähriges Jubiläum

Godesberger Pippi-Langstrumpf-Haus : Initiative Villa Kunterbunt feiert 25-jähriges Jubiläum

Die Elterninitiative Villa Kunterbunt feiert ihre 25-jährige Vereinsgründung. Sie wollten damals einen Kindergarten nach eigenen Ansprüchen und Idealen gründen.

Seit vielen Jahren steht das frei nach Astrid Lindgren formulierte Motto der Elterninitiative Villa Kunterbunt, „Lebe frech und bunt und wunderbar“ für das Erziehungsideal des Godesberger Kindergartens, der am Samstag das 25-jährige Jubiläum seiner Vereinsgründung mit einem Sommerfest feierte. Bei Sonnenschein erinnerte der 1. Vorsitzende der Initiative, Marcus Klein, an die Anfänge des Kindergartens, der zunächst auch noch ein Hort war. Die Ganztagsschulen haben dieses Angebot inzwischen überflüssig gemacht.

Es waren junge Eltern, die sich allesamt aus der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) oder dem DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) kannten und sich entschlossen, einen Kindergarten nach eigenen Ansprüchen und Idealen entstehen zu lassen. Um daraus einen Verein werden zu lassen, der in geeigneten Räumen das umsetzen konnte, was man sich vorstellte, brauchte es allerdings noch etwa eineinhalb Jahre. 1992 war es dann soweit. Man fand die geeigneten Räume in der Ubierstraße. Zehn Jahre später zog man über die Rheinallee hinweg in die etwa 400 Quadratmeter große Kühne-Villa an der Basteistraße, die vom Rhein nur durch den Panoramapark getrennt ist und damit nicht nur für Kinder das bietet, was sich als „traumhafte Lage“ bezeichnen lässt.

Angefangen hatte man damals mit wenigen Kindern in nur einer Gruppe. Heute sind es drei Gruppen mit 51 Kindern im Alter von einem bis sechs Jahren, die von zwölf Erzieherinnen betreut werden. Auf die Frage nach dem, was sich in 25 Jahren in der Villa Kunterbunt verändert hat, antwortet Vorsitzender Klein, dass die Probleme eigentlich immer die gleichen geblieben seien. Der als freier Lektor bei der Kölner Universität arbeitende Klein ist bereits zum zweiten Mal gewählt worden. Sohn Felix hat schon vor acht Jahren den Kindergarten verlassen, Sohn Simon ist als Zweieinhalbjähriger noch nicht lange dabei.

Die Eltern müssen auch selbst Hand anlegen

Klein hält die Probleme, die es in einer Elterninitiative gibt, für systemimmanent: „Schließlich muss man schauen“, sagt er, „dass die Eltern auch initiativ werden. Es ist tatsächlich das Hauptproblem, dass man alle Eltern motiviert und in die Verantwortung bringt, sich in der Initiative einzusetzen.“ Man könne sich nicht wie bei einem städtischen Kindergarten zurücklehnen und „einfach nur machen lassen“. Die Eltern werden von der Gartenarbeit bis zu hausmeisterlichen Tätigkeiten, vom Teppich verlegen und Licht installieren bis zum Fundraising gefordert. „Grundsätzlich klappt das auch sehr gut bei uns“, mildert Klein die „Problemlage“.

Die Sparkasse spendete kürzlich aufgrund des Anstoßes der Kunterbunt-Fundraiser 900 Euro für die Anlage einer „Baustelle“, auf der die Kinder mit Baggern, Schaufeln und Schubkarren Sand, Steine und Rindenmulch verschieben und im Matsch spielen können. Und nicht zuletzt lag auch die Organisation des Jubiläumsfests in den Händen der Elternschaft. Erzieherinnen, Köchin und Reinigungsfrauen waren eingeladen und brauchten sich um nichts zu kümmern. Diese Aufgabe kam einen Nachmittag lang den Eltern zu, die mit Spielangeboten, Tombola und Buffet ein buntes Programm zusammenstellten, das manch einer bis in den späten Abend hinein genoss.

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