Drei Wagen angezündet: In Plittersdorf wächst die Angst

Drei Wagen angezündet : In Plittersdorf wächst die Angst

Nun also die Martin-Luther-King-Straße. Der Renault, der Ford Fiesta und der Golf, die am späten Donnerstagabend in Flammen aufgingen, waren die Autos Nummer acht, neun und zehn, die in den vergangenen vier Wochen angezündet wurden. Zudem erwischte es ein Motorrad. In allen Fällen geschahen die Brände in Plittersdorf, in allen Fällen entkamen der oder die Täter unerkannt.

Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren. Doch alle Befragungen und Spurensicherungen haben noch keine konkreten Hinweise ergeben, geschweige denn zur Ermittlung des Brandstifters geführt. Die Polizei hat ihre Präsenz in Plittersdorf verstärkt und bittet alle Bürger, bei verdächtigen Wahrnehmungen sofort die Telefonnummer 110 zu wählen.

Als bei der Feuerwehr am Donnerstagabend gegen 23.40 Uhr der Notruf aus Plittersdorf einging, ahnte die Leitstelle bereits, welche Art von Brand die Wehrleute erwarten dürfte. Sicherheitshalber wurden gleich zwei Feuerwehrautos entsandt. Zwar konnten die Einsatzkräfte die Brände schnell löschen. Jedoch vermochten sie es nicht zu verhindern, dass zumindest zwei der Autos letztlich nur noch verschrottet werden können. Von dem Feuer kündeten gestern nur noch einige verkohlte Autoteile. Die Wagen waren in Parkbuchten vor dem Sportplatz der Internationalen Schule abgestellt gewesen.

Wie schwer die Ermittlungen in solchen Fällen sein können, davon können auch die Kriminalbeamten in der Hauptstadt ein Lied singen: In Berlin brannten über viele Monate nahezu in jeder Nacht Autos, die Polizei schien nahezu machtlos. Ein Serienbrandstifter wurde verhaftet, seitdem ist es zumindest in den Medien um das Thema wieder ruhiger geworden.

In Plittersdorf hatten noch in der Nacht zu Sonntag zunächst an der Kolberger Straße, wenig später dann an der Danziger Straße Autos gebrannt. Weitere Tatorte waren ein Parkplatz an der Donatusstraße, wo am 21. April erst ein Motorrad und kurz darauf ein Auto in Flammen standen. Schon am 18. April war ein Wagen an der Kennedyallee an der Reihe. Begonnen hatte die Brandserie am 16. April, als erst an der Turmstraße und wenig später an der Kanalstraße Fahrzeuge von Feuer zerstört wurden.

In allen Fällen wurden nach Informationen des General-Anzeigers Brandbeschleuniger benutzt. Diesmal also in der ehemaligen amerikanischen Siedlung, wo sich Anwohner angesichts der verkohlten Reste schockiert zeigten. "Ich empfinde die Situation als sehr beängstigend", sagte eine Passantin mit hörbar amerikanischem Akzent.

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