Interview mit Christoph Jansen: „Ich möchte für Bad Godesberg kämpfen“

Interview mit Christoph Jansen : „Ich möchte für Bad Godesberg kämpfen“

Bad Godesberg hat seit Mittwochabend einen neuen Bürgermeister. Mit großer Mehrheit sprachen die Bezirksverordneten Christoph Jansen (CDU) das Vertrauen aus. Welche Schwerpunkte er künftig setzen möchte, erzählte der 35-Jährige im Gespräch mit Ayla Jacob.

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Wie haben Sie die Wahl erlebt?

Christoph Jansen: Ich habe mich über den Wahlausgang sehr gefreut. Das Amt des Bad Godesberger Bezirksbürgermeisters übernehmen zu dürfen, ist für mich etwas ganz Besonderes. Es bietet die Möglichkeit, mit der Bezirksvertretung und mit vielen engagierten Menschen, Vereinen und Initiativen den Stadtbezirk zu gestalten.

Die Mehrheit der Bezirksverordneten hatte im Vorfeld signalisiert, Hillevi Burmester ihre Stimme zu geben, falls sie kandidieren sollte. Hatten Sie sich dennoch Chancen ausgerechnet?

Jansen: Ja, schon in meinen Gesprächen mit vielen Bezirksverordneten habe ich positive Signale bekommen.

Wie haben Sie die Nachricht aufgenommen, dass Burmester nicht antreten wird?

Jansen: Meine Kandidatur war von Anfang an ein Angebot an die Bezirksverordneten, mich für Bad Godesberg einzusetzen – unabhängig von möglichen Mitbewerbern.

Nun sind Sie mit großer Mehrheit gewählt worden, selbst die Opposition hat Ihnen in Teilen ihr Vertrauen ausgesprochen. Hätten Sie mit einem Ergebnis von 13 zu vier Stimmen gerechnet?

Jansen: Ich habe es gehofft und für eine breite Mehrheit geworben – dass sie so deutlich ausfallen würde, hat aber auch mich überrascht.

Glauben Sie, dass es eine Wahl für Sie oder gegen Ihren Mitbewerber war?

Jansen: Ich bin dankbar für den großen Zuspruch und das große Vertrauen. Über sonstige Motive einer freien und geheimen Wahl spekuliere ich nicht.

Wieso wollten Sie Bezirksbürgermeister werden?

Jansen: Godesberg ist ein fantastischer Stadtbezirk mit engagierten Menschen, einer langen Tradition, herrlichen Ortsteilen und einem vielfältigen Kulturangebot. Zu Recht sind viele Menschen stolz darauf, Godesberger zu sein.

Was macht das Amt für Sie aus?

Jansen: Einem Bezirksbürgermeister muss es gelingen, verschiedene Menschen, Perspektiven und Ideen zusammenzubringen. Er muss auch in der Lage sein, die Interessen unseres Stadtbezirks nach außen zu vertreten und dafür zu kämpfen.

Simone Stein-Lücke wurde häufig dafür kritisiert, im Stadtbezirk nicht präsent genug gewesen zu sein. Nun ist sie aus beruflichen Gründen zurückgetreten, Burmester hat ebenfalls deswegen nicht kandidiert. Auch Sie arbeiten Vollzeit. Wie wollen Sie das Amt neben Ihrem Job ausfüllen?

Jansen: Ich werde mit viel Engagement dieses Amt führen und habe mit zwei Stellvertretern und der Bezirksverwaltungsstelle gute und kompetente Unterstützung. Ich betone aber auch, dass ein Bezirksbürgermeister sein Amt ehrenamtlich ausführt – wie übrigens auch Bezirks- und Stadtverordnete. Ehrenamt muss vereinbar mit Familie und Beruf bleiben.

Wie und in welchem Umfang wollen Sie Ihre Stellvertreter einbinden?

Jansen: Ich möchte das Amt in vertrauensvoller Absprache und fairer Zusammenarbeit mit meinen beiden Stellvertretern führen.

Welche Themen stehen Ihrer Meinung nach derzeit in Bad Godesberg im Mittelpunkt?

Jansen: Wir brauchen möglichst bald Klarheit über die Art und den Umfang der Sanierung unserer Stadthalle ab 2022. Außerdem bekommt Bad Godesberg ein Leitbild für die nächsten Jahre. Die darin enthaltenen Maßnahmen müssen sukzessive und zügig umgesetzt werden. Dafür werden wir erhebliche Mittel für Investitionen im Stadtbezirk bekommen. Eine riesige Chance ist außerdem die geplante Ansiedlung eines Studiengangs im Bereich Cybersicherheit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Wo stehen Sie, wo steht Bad Godesberg in einem Jahr, wenn kommunal gewählt wird?

Jansen: Wir werden bis dahin ein neues Leitbild haben und hoffentlich einen klaren Zeitplan für die Hochschulansiedlung. Wir brauchen außerdem eine klare Perspektive für ein neues Schwimmbad in Bad Godesberg. Weil wir ein dynamischer Stadtbezirk sind, schaue ich als junger Bezirksbürgermeister optimistisch in die Zukunft.

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