Baumstämme versperren Zugänge: Holzblockaden im Kottenforst sorgen für Unmut

Baumstämme versperren Zugänge : Holzblockaden im Kottenforst sorgen für Unmut

So mancher Spaziergänger im Stadtwald rieb sich in den vergangenen Tagen verwundert die Augen. Der Grund: Zahlreiche Zugänge zu Waldwegen sind mit großen Baumstämmen versperrt worden.

Mit schwerem Gerät haben Arbeiter Wege und Trampelpfade regelrecht verbarrikadiert. Sehr verärgert reagierte beispielsweise Gerhard Wolf auf diese Aktion und wandte sich an den Stadtförster sowie Bürgermeister Horst Naaß.

"Als Schweinheimer gehe ich täglich im Stadtwald spazieren und musste zu meinem Entsetzen und Unverständnis feststellen, dass vor kurzem durch Ihre Mitarbeiter mit schwerem Gerät der Zugang zu einigen Waldwegen mit Baumstämmen blockiert wurden. Insbesondere der seit Jahrzehnten genutzte Weg vom Abzweig zum Waldkrankenhaus, abgehend vom Röttgener Weg, parallel zur Venner Straße in Richtung Forsthaus. Dieser Weg war viel begangen und sehr beliebt, auch wegen seines Zugangs zu einem kleinen Areal mit vielen Bombentrichtern - für Kinder ein beliebter Spielplatz", schrieb Wolf an den Stadtförster Sebastian Korintenberg.

Und: "Die Blockade-Maßnahme ist mir und vielen anderen, mit denen ich mich darüber unterhalten habe, komplett unverständlich - auch im Hinblick auf den verabschiedeten Landschaftsschutzplan Kottenforst. Darin steht nichts darüber, beliebte Wege für Spaziergänger sperren zu müssen."

Das sieht auch Bürgermeister Horst Naaß so, der den Kottenforst seit Kindertagen kennt und als Schweinheimer fast täglich dort unterwegs ist. "Der Kottenforst ist ein Geschenk für alle. Dieses schöne Stück Natur sollte von allen Beteiligten so sorgfältig behandelt werden, dass die Nutzung nicht weiter eingeschränkt werden muss.

Die Hauptwege sind stark genutzt von Radfahrern, Rennradfahrern, Inlineskatern und anderen, so dass ruhigere Spaziergänger oft ein Hindernis sind und deshalb auf die Trampelpfade, die schon seit Jahrzehnten existieren, gerne ausweichen."

Wie Naaß mitteilte, wussten weder der Betriebshof, noch Planungsamt und Untere Landschaftsbehörde von der Aktion. Er fordert, die Zugänge wieder öffnen zu lassen und lehnt eine "Überreglementierung" ab. "Insbesondere vor dem Hintergrund der Bevölkerungsstruktur in Schweinheim mit zwei Altenheimen, der Reha-Klinik und dem Waldkrankenhaus sollte die Verwaltung mit Eingriffen in die vorhandene Wegestruktur sehr umsichtig sein. Lasst den ruhigeren Spaziergängern die Trampelpfade!"

Stadtförster Sebastian Korintenberg war urlaubsbedingt für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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