Stadthalle Bad Godesberg: Holpriger Start für Messe "Kunst und Genuss"

Stadthalle Bad Godesberg : Holpriger Start für Messe "Kunst und Genuss"

Die erste Messe "Kunst und Genuss" in der Godesberger Stadthalle lief schleppend an. "In Anbetracht des tollen Wetters sind wir aber zufrieden, die Menschen gehen dann eben lieber raus", sagte Carina Bittner, die sich um die Organisation der Messe kümmerte.

Über den Tag verteilt zählte sie knapp 800 Besucher, sonst waren es mehr als doppelt so viele gewesen. Vor einem Jahr war es noch ein reiner Kunsthandwerkermarkt, am Sonntag war er auch für kulinarische Spezialitäten offen. Wie dem Senf aus der historischen Monschauer Senfmühle.

"Wir sind das erste Mal hier in der Region, sonst verkauften nur andere Anbieter unsere Produkte auf Wochen- und Weihnachtsmärkten", sagte Kirsten Williams, die mit ihrer Tochter Justine alle 21 Sorten anbot. Auf die Idee, an der Messe teilzunehmen, brachte sie der Veranstalter aus Siegen. "Mittlerweile sind wir so bekannt, dass man bei uns nachfragt", so Williams. Das neue Konzept, auch Essen anzubieten, fand sie gut. "Das lockt einfach mehr Menschen an."

Das war für Carina Bittner auch der Grund, die Messe zu erweitern. "Unsere Erfahrung auf anderen Märkten in Limburg und Siegen hat gezeigt, dass reines Kunsthandwerk nicht mehr so gefragt ist", sagte sie. Es gebe einige etablierte Anbieter, deshalb sei es schwierig, eine eigene Nische zu finden. Mit 60 Ausstellern war die Neuauflage etwas kleiner, dafür die Stände größer.

Diese Atmosphäre gefiel Marina Siebke und ihrer Tochter Tanja aus Bad Honnef gut. Allerdings hatten sie Probleme den Stand mit Stempelkissen zu finden, für den sie eigentlich gekommen waren. "Es ist etwas unübersichtlich hier", sagte Tanja Siebke. Auch der Eintritt schreckte sie ab, sie hatten mit kostenlosem Einlass gerechnet.

"Die Besucher, die dann kommen, sind aber wirklich interessiert und kaufen mehr", sagte Gisela Höhlen aus Alfter-Witterschlick. Ihr Silberschmuck habe sich auf der vergangenen Messe in der Stadthalle besser verkauft. "Aber einen großen Unterschied gibt es zum alten Kunsthandwerkermarkt nicht", sagte sie.

Der, so habe sie das Gefühl, sei allerdings besser beworben worden. Auch Anita Scheuver und Marika Mojsovski, die vorgewürzte Nudeln, Brot und Chilisoßen ausgestellt hatten, bemängelten die Werbung und fehlende Kundschaft. "Im Vergleich zu anderen Messen ist das hier wie Urlaub", sagten sie. Sie seien nicht wegen des Umsatzes, sondern eher zur Kundenpflege gekommen. "Viele kennen uns hier und erwarten uns."