Sturmtief "Burglind": Hirsche in der Bonner Rheinaue entlaufen

Sturmtief "Burglind" : Hirsche in der Bonner Rheinaue entlaufen

Freilaufende Hirsche in der Rheinaue? Diese Entdeckung machte der Bonner Heiner Mai am Mittwochmorgen auf dem Weg zur Arbeit. Das Wild hatte die Chance eines beschädigten Geheges genutzt.

Einen Tag nachdem das Tief "Burglind" weite Teile Nordrhein-Westfalens ins Atem gehalten hat, laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Neben erheblichen Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr sorgte der Sturm für große Schäden auch in Bonn und der Region.

Heiner Mai bescherte das Tief jedoch ein besonders tierisches Erlebnis. Mit dem Fahrrad machte sich der Bonner am Mittwochmorgen wie immer auf den Weg zur Arbeit. Dieser führt auch durch die Rheinaue. In Höhe der Baseball-Felder am südlichen Ende der Rheinaue traute der 55-Jährige seinen Augen kaum, als ihm etwa zwei Dutzend Hirsche entgegen kamen. "Natürlich war ich erst einmal überrascht. Da wird einem schon mulmig, wenn die Tiere vor einem herumlaufen", so Mai. "Doch dann habe ich schnell gemerkt, dass sie sehr scheu waren."

Die Tiere stammen aus einem Gehege des Bonner Unternehmers Frank Asbeck. Ein Baum war während des Sturms umgestürzt und hatte den Zaun erheblich beschädigt. "Die Tiere sind schon sehr neugierig. Sie haben die einmalige Chance genutzt, um sich die Rheinaue genauer anzuschauen", so Asbeck. Und mit einem Augenzwinkern: "Als sie die zerstörten Wiesen der Weltklimakonferenz gesehen haben, sind sie schnell wieder zurückgekommen."

Tatsächlich wurden die Sika-, Axis- und Damhirsche am Morgen schon wieder eingefangen. "Die kann man glücklicherweise sehr leicht mit Futter locken", erklärt Asbeck. Der Zaun ist mittlerweile auch wieder repariert. "Mich hat am meisten verwundert, dass die männlichen und weiblichen Rehe getrennt von einander den Weg entlang rannten", so Mai, der das außergewöhnliche Erlebnis mit der Kamera festhielt.

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