Acht Orte: Hier kracht es in Bad Godesberg besonders häufig

Acht Orte : Hier kracht es in Bad Godesberg besonders häufig

Eine Kommission benennt sogenannte Unfallhäufungsstellen in Bad Godesberg. Fest steht, dass es an einigen Orten besonders häufig kracht. Ein Überblick.

Es gibt viele Gründe, warum es an manchen Straßen, manchen Kreuzungen häufiger kracht als an anderen. Schlechte Sicht, unübersichtliche Regelungen oder ein Schilderwald können dafür verantwortlich sein.

Kommt es an einer Stelle immer wieder zu Zusammenstößen aus demselben Grund, spricht man von einer Unfallhäufungsstelle. Ob diese tatsächlich vorliegt, legt die Unfallkommission fest, in der Stadt, Polizei und Straßenbaulastträger (Stadt, Kreis oder Land) vertreten sind. Acht dieser Schwerpunkte liegen in Bad Godesberg. Zum Vergleich: Im Stadtbezirk Bonn gibt es 13, in Beuel einen.

Wo die Unfallhäufungsstellen in Bad Godesberg liegen, wie viele Unfälle dort warum geschehen sind und welche Maßnahmen ergriffen werden und wurden, wollte der Bürger Bund Bonn von der Verwaltung wissen.

Antworten erhielt er in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg. Allerdings wies die Stadt darauf hin, dass die Zahl der Unfälle, die sich in diesem Jahr ereignet haben, nur vorläufig seien, da sie von der Polizei bis zu zwei Monate nachträglich erfasst werden können.

Hochkreuzallee, Bernkasteler Straße: Zwei Unfälle ereigneten sich dort bisher in 2019, im vergangenen Jahr waren es zwei, 2017 vier. Hauptursache ist laut Stadt die Missachtung der Vorfahrtsregeln. Hauptverursacher sind die Autofahrer, die in Richtung Bonn auf der Bernkasteler Straße unterwegs sind. Um die Situation zu entschärfen, wurden am Kreisel Markierungen angebracht und die Glasmarker erneuert.

Godesberger Straße, Hochkreuzallee: Bisher krachte es dort in diesem Jahr viermal (2018: einmal, 2017: fünfmal). Der Grund: Die Autofahrer, die aus Bad Godesberg Mitte kommen und links in die Hochkreuzallee abbiegen, stoßen mit dem Gegenverkehr zusammen. Noch in diesem Jahr soll es eine Linksabbiegerampel geben, sodass der Abbiegeverkehr ein eigenes Signal bekommt.

Weißenburgstraße, Bonner Straße: Diese Stelle wurde erst in diesem Jahr von der Polizei als Unfallhäufungsstelle gemeldet. Bislang ereigneten sich dort drei Unfälle, 2018 waren es fünf. Probleme gibt es zwischen den Autofahrern, die den Radverkehr abwarten müssen, und Radlern, die den Radweg in beide Richtungen befahren dürfen. Geplant ist, das Piktogramm auf dem Radweg rot einzufärben und eine Wartelinie zu installieren. Außerdem soll es ein Vorfahrt-gewähren- und ein Zwei-Richtungs-Radweg-Schild geben.

Laufenbergstraße, Bonner Straße: Probleme gab es zwischen wartepflichtigen Autofahrern und Radlern, die in falscher Fahrtrichtung auf dem Radweg unterwegs waren. 2018 hatte die Kommission zahlreiche Maßnahmen beschlossen, so wurden zum Beispiel rot-weiße Absperrpfosten installiert. Wohl mit Erfolg: 2019 hat sich dort noch kein Unfall ereignet.

Am Kurpark, Am Michaelshof: Das Problem: Radfahrer, die aus dem Kurpark kommen, überfahren den Fußgängerüberweg, ohne abzusteigen. Laut Stadt waren in drei Jahren an fünf Unfällen Radler beteiligt. In diesem Jahr verzeichnete die Polizei an dem Überweg einen Unfall (2018: einer, 2017: vier). Geplant ist, die Markierungen zu erneuern und verstärkte Verkehrskontrollen durchzuführen.

Koblenzer Straße, Friedrich-Ebert-Straße: In diesem Jahr hat es dort bisher viermal gekracht, das ist doppelt soviel wie 2018. 2017 kam es zu sechs Unfällen. Ein- und Abbiegen sorgt für Probleme, auch beim Kreuzen der Straße kommt es zu gefährlichen Situationen. Es wurden bereits Maßnahmen ergriffen. So wurde die Haltlinie an der Friedrich-Ebert-Straße bis zum Radweg, das Stoppschild in Richtung Kreuzung versetzt. Die Radwegfurten wurden rot eingefärbt, um die Vorfahrt der Radler zu betonen. Außerdem wurde ein Parkplatz entfernt, um die Sichtverhältnisse zu verbessern.

Koblenzer Straße, Kapellenweg, Albertus-Magnus-Straße: Die Kreuzung gilt erst seit 2019 als Unfallhäufungsstelle. Gefährliche Situationen entstehen, wenn die Autos, die vom Kapellenweg kommen, links in Richtung Mehlem abbiegen wollen und gleichzeitig Fußgänger die Fahrbahn überqueren. Dort wird nun die Beleuchtung unter die Lupe genommen, diese ist laut Stadt zwischen Bahnübergang und Kapellenweg nicht ausreichend. Da die Fußgänger aus dem Dunklen kämen, würden sie eventuell nicht rechtzeitig wahrgenommen.

Am Stadtwald, Marienforster Straße: Konfliktsituationen entstehen zwischen den Autos, die nach rechts Richtung Wachtberg abbiegen wollen und Radfahrern, die nach Bad Godesberg fahren. Diese haben Vorfahrt. Diese Stelle wurde in diesem Jahr das erste Mal seitens der Polizei gemeldet, allerdings ereigneten sich bisher keine Unfälle (2018 waren es drei Zusammenstöße, 2017 gar keiner). Geprüft wird, ob der Bewuchs zurückgeschnitten und ein Baum gefällt wird. Das Stoppschild wird näher an die Einmündung versetzt und mit dem Zusatz Zwei-Richtungs-Radweg versehen.

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