Schüler engagieren sich für Syrien und Südosteuropa: Herzen für den guten Zweck

Schüler engagieren sich für Syrien und Südosteuropa : Herzen für den guten Zweck

Sobald man in den kleinen Laden an der Turmstraße tritt, hört man das Rattern der Nähmaschinen. Es ist bunt, und sieben Schülerinnen zwischen zehn und 14 Jahren wuseln herum und suchen nach Stoffen, Füllmaterialien, Nadeln und Scheren.

Im Rahmen ihres sozialen Tages an der Otto-Kühne-Schule (Päda) nähten die Mädchen gestern Herzen, um sie dann später zu verkaufen. Der Erlös des Sozialtags, an dem die Päda-Schüler durch eigene Arbeit Geld verdienen, ist für soziale Hilfsprojekte in Südosteuropa und Syrien bestimmt.

Unterstützung bekamen die Mädchen von Susanne Röhl, Inhaberin des Geschäfts "Stich und Faden" in Plittersdorf. Röhl verkauft dort bunte Kuscheltiere, Kissen, Taschen und Kinderkleidchen; alles selbst genäht. In den Ferien und an den Wochenenden biete sie oft Workshops an und sei so auch auf die Idee gekommen, mit den Mädchen den sozialen Tag zu gestalten. "Die meisten kenne ich schon aus dem Laden oder von den Kursen, und die Idee eines sozialen Tages unter dem Motto 'Herz und Faden' fand ich toll", so Röhl. Die Stoffe und Materialien stammen größtenteils aus dem Fundus des Ladens, Susanne Röhl stellte sie kostenlos zur Verfügung.

Bei dem Frühlingswetter, das gestern Nachmittag draußen herrschte, würde man die Mädchen eher woanders vermuten, doch sie sind mit Feuereifer bei der Sache. "Am liebsten wollen sie gar nicht mehr gehen", meinte die Ladenbesitzerin. Alexa, die gerade die letzten Fäden ihres Herzchens vernähte, sagte: "Ich mag es hier, das kleine gemütliche Atelier, dieses gemütliche Feeling."

Insgesamt hundert Herzen waren das Ziel, daran arbeitete über den Tag und verschiedene Schichten verteilt eine 16-köpfige Gruppe an insgesamt fünf Nähmaschinen. In der nächsten Woche verkaufen die Schülerinnen dann ihre fertigen Herzanhänger oder Herznadelkissen für drei bis fünf Euro im Laden "Stich und Faden", jeweils Montag, Dienstag und Mittwoch von 16 bis 18 Uhr.

Ähnlich laut wie bei den Mädchen mit ihren Nähmaschinen ging es im Roche International Kindergarten an der Konstantinstraße zu. Ebenfalls im Rahmen des sozialen Tages half hier das Geschwisterpaar Max Antoine und Lola-Marie Meisters. Max Antoine, der im Januar bei der Kika-Sendung "Dein Song" den zweiten Platz belegt hatte, hat gemeinsam mit seiner Schwester einen Rap geschrieben. Mit den Kindern ihres ehemaligen Kindergartens studierten sie den Rap ein, was doch etwas länger dauerte als gedacht. "Wir hatten nicht bedacht, dass die Kinder in diesem Alter natürlich noch nicht lesen können", sagte Max Antoine.

Egal ob Nähmaschine oder Kindergarten: Glücklich und zufrieden wirken die Päda-Schüler nach einem arbeitsreichen Tag, an dem sie auch für sich selber etwas gelernt haben.