Kustausstellung in Muffendorf: Heinz Feuerborn hinterließ Spuren in Bad Godesberg

Kustausstellung in Muffendorf : Heinz Feuerborn hinterließ Spuren in Bad Godesberg

Eine Ausstellung im Kelterhaus Muffendorf würdigt das Lebenswerk des Malers Heinz Feuerborn. Aber auch die Innenstadt schmücken seine Werke: zum Beispiel der „Frosch-Brunnen“ am Lehnpütz.

Als Jugendlicher sei er ein ziemlicher Hitzkopf gewesen, erzählt Heinz Feuerborn: „Nur beim Malen, da wurde ich ruhig. Dann konnte ich nächtelang vor der Leinwand sitzen.“ Erste Zeichnungen und Gemälde entstanden in den 1940er Jahren. Nun spaziert der 87-Jährige mit dem Reporter durch eine Ausstellung im Muffendorfer Kelterhaus, die sein Lebenswerk Revue passieren lässt.

18 Plastiken, meist in Bronze, und 53 Gemälde sind dort zu sehen. Doch das ist nur ein Bruchteil dessen, was er noch in seinem Muffendorfer Haus aufbewahrt. Das Werkverzeichnis seines malerischen Schaffens endet derzeit bei Nummer 264. Die Frage, ob er denn immer noch arbeite, verwundert den Künstler fast ein wenig: „Natürlich“, antwortet er. Kunst ist schließlich sein „Lebenselixier“, wie es im Titel des Ausstellungskatalogs heißt. Sein Blick fällt auf die Bronzeplastik einer sitzenden Frau. „In meinen Plastiken versuche ich immer, möglichst naturnah zu bleiben“, erklärt er mit leiser Stimme. Das gilt auch für seine zahlreichen Tierplastiken wie Hunde oder Eulen.

Den Schwerpunkt legt die Ausstellung allerdings auf Feuerborns malerisches Schaffen. Auch dort finden sich zahlreiche gegenständliche Bilder: Landschaften zumeist wie etwa ein herbstlicher Buchenwald, eine Rheinlandschaft bei Remagen oder eine Winterlandschaft nahe seiner sauerländischen Heimat. Doch ist der 1930 im Kreis Iserlohn geborene Künstler auch den Weg zur Abstraktion gegangen. Manchmal wird dabei ein Bezugspunkt in der Wirklichkeit, wie etwa eine Eule oder eine Schlange, durch die geometrische „Brille“ gesehen, manchmal stürzt er sich direkt in die Welt der Farben und Formen, wie etwa im 2001 entstandenen Werk „Geschwindigkeit und Dynamik“, das entfernt an ein kraftvoll arbeitendes Räderwerk erinnert. Als 2008 Feuerborns Frau starb, brauchte der Künstler zwei Jahre, um zur Kreativität zurückzufinden. Er entdeckte die Acrylmalerei und fand Gefallen an den frischen, leuchtenden Farben.

„Kontraste im gelben Dreieck“ oder „die abstrahierte Eule“ künden von diesem Neuanfang. Viele Spuren hat Heinz Feuerborn auch im öffentlichen Raum in Bad Godesberg hinterlassen, etwa mit dem „Frosch-Brunnen“ am Lehnpütz oder der symbolträchtigen Skulptur „Jugend als Bewahrer der Welt“ in der Alten Bahnhofstraße. Welchen Bekanntheitsgrad Heinz Feuerborn erreicht hat, belegt der Andrang zur Vernissage. „220 Leute waren da“, berichtet der Künstler mit leichtem Stolz.

Die Ausstellung „Heinz Feuerborn – das malerische Schaffen 1962 – 2017“ im Kelterhaus in Muffendorf, Gringsstraße 5, ist bis 13. Dezember täglich von 13 bis 18 Uhr zu sehen.

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