Umstellung in Bad Godesberg: Hausaufgaben sind am Clara-Fey-Gymnasium ab jetzt passé

Umstellung in Bad Godesberg : Hausaufgaben sind am Clara-Fey-Gymnasium ab jetzt passé

Noch schnell im Bus die Hausaufgaben abzuschreiben oder Notlügen zu erfinden, weshalb das Anfertigen selbiger leider nicht möglich war, bleibt den 90 angehenden Fünftklässlern des Clara-Fey-Gymnasiums erspart.

Am Montagnachmittag stellte Schulleiterin Birgit Heinen das neue Konzept „Begleitetes Studium“ vor, das auf Hausaufgaben verzichtet. „Die Nachfrage der Eltern nach nachmittäglicher Betreuung für ihre Kinder auf dem Gymnasium ist in den vergangenen Jahren immer mehr angewachsen“, sagte Heinen. Eben so wie sie es von den Grundschulen kennen würden. Bislang böten die Malteser nachmittags eine Hausaufgabenbetreuung an und es gebe AGs.

„Wir führen nun zunächst für die fünften Klassen verpflichtende Studiumsstunden ein, die von Lehrkräften begleitet werden“, erzählte die Schulleiterin. Fünf Mal pro Woche gibt es 45 zusätzliche Minuten zum Unterricht. „Wir verlängern damit drei Mal nachmittags die Kernzeit bis 15.20 Uhr und zwei Mal bis 13 Uhr“, so Heinen. Danach hätten Eltern weiterhin die Gelegenheit, bis 16.30 Uhr das Freizeitangebot „Clara Plus“ über die Malteser zu buchen.

Was aber geschieht im „Begleiteten Studium“? Den vielleicht wichtigsten Aspekt erläutert Koordinator Christoph Dahmen: „Die Klassen werden halbiert, damit wir kleine Lerngruppen und damit auch eine bessere Übersicht über den Lernstand haben.“ Drei Mal pro Woche soll es um Übungen in den Kernfächern Mathe, Deutsch und Englisch gehen, eine Stunde ist reserviert für Nebenfächer und eine für die Förderung. Heinen hat dabei nicht nur Kinder, die sich schwertun im Blick, sondern auch die leistungsstarken.

Fragen gehen direkt an den Fachlehrer

Fragen können alle direkt an den anwesenden Fachlehrer stellen. „Wir erhoffen uns als Lehrer aber auch Vorteile, denn wir sehen, wie Kinder arbeiten, können vermitteln, wie man gut lernt“, meinte Heinen. Das Erzbistum Köln als Schulträger und das NRW-Bildungsministerium haben das Konzept abgesegnet und finanzieren die zusätzliche 75-Prozent-Stelle über den „Gebundenen Ganztag“ zu sechs beziehungsweise 94 Prozent. „Uns wird ja bezüglich des Ganztags gerne eine andere Haltung unterstellt, aber wir sehen, dass wir Familien so auch entlasten können“, betonte Joachim Nielen vom Erzbistum. Denn nach der Schule könne man dadurch mehr Zeit gemeinsam verbringen.

Zum anderen seien Familien mit niedrigem Einkommen auf die Erwerbstätigkeit beider Eltern angewiesen. Auch hier helfe das Angebot. Außerdem sei ein weiterer Auftrag, Begegnung mit Kirche zu ermöglichen. „Das tun wir, in dem die Beziehung von christlich geprägten Lehrern und Schülern durch das längere Zusammensein intensiviert wird“, sagte Nielen. Neben der Bad Godesberger Schule unterstützt das Erzbistum noch die Liebfrauenschule in Köln-Lindenthal finanziell beim Ganztag.

Angebot für gesamte Sekundarstufe I geplant

Schulleiterin Heinen, die mit ihrem Kollegium in den vergangenen zehn Jahren unter anderem die Einführung von Jungenklassen und einen Anbau gemeistert hat, ist hoch motiviert: „Es wird eine logistische Herausforderung, die Stunden der Lehrkräfte zu verteilen, aber wir haben jetzt so lange geplant, dass wir mal loslegen mussten.“ Nach einem halben Jahr wolle man schauen, wo es Verbesserungsbedarf gebe.

Sukzessive soll das Angebot auf die gesamte Sekundarstufe I ausgeweitet werden – teils mit anderen Schwerpunkten. „Erste Ideen sehen vor, dass die Älteren in der Zeit vielleicht eigenständig in der Bibliothek arbeiten“, so Heinen.