Gründerzentrum der Stadt Bonn: Gründer brauchen nicht viel Platz

Gründerzentrum der Stadt Bonn : Gründer brauchen nicht viel Platz

Acht Büroräume werden in den nächsten Monaten im Gründerzentrum der Stadt Bonn frei. "Die Fluktuation ist hier groß", sagt Markus Heinen von der Bonner Wirtschaftsförderung.

Auf 12,53 Quadratmetern ist eine Büroausstattung nicht üppig, aber funktionell: Zwei kleine Tische samt Stühlen, eine Leinwand für den Beamer, ein Fernseher, ein Bücherregal und eine Ablage. Für Gäste gibt es zwei Hocker. "Für unsere Bedürfnisse ist das genau richtig", sagt Hendrik Stengert, Geschäftsführer beim Startup "UXperten". Seit 2012 hat er mit seinem Geschäftspartner Lars Leiting ein Büro im Gründerzentrum der Stadt Bonn. Dort werden in den nächsten Monaten Mietbüros frei.

"Die Fluktuation ist hier groß", sagt Markus Heinen von der Wirtschaftsförderung. Er betreut die Gebäude in der Godesberger Allee 139. Und ist Mädchen für alles. Bei ihm melden sich die Mieter, wenn eine Lampe nicht funktioniert, das Passwort für die Reservierungsliste des Besprechungsraums verloren gegangen ist und Förderanträge benötigt werden. "Ich kenne jeden hier und versuche, den Unternehmern den Rücken freizuhalten. Sie sollen sich auf ihre Arbeit konzentrieren können", sagt Heinen. Einmal im Jahr gibt es ein Grillfest, regelmäßig gibt es Vorstellungsabende, bei denen sich die Unternehmen austauschen können.

Zwei ehrenamtliche Seniorpartner, der eine Rechtsanwalt, der andere Unternehmensberater, bieten eine kostenlose Beratung für die Gründer an. Hendrik Stengert, der früher Manager bei der Telekom war, brauchte schon den Rat der Ruheständler. "Wirtschaftlich wissen wir Bescheid, juristisch aber nicht", sagt er. Als Stengert vor zwei Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, war ihm wichtig, die Kosten so gering wie möglich zu halten.

"Dadurch sinkt der Erfolgsdruck, den man zu Beginn hat." Die Mieten sind für Existenzgründer besonders niedrig. Auch etablierte Firmen, die in Bonn ein Standbein brauchen, können dort einziehen. Allerdings zu schlechteren Konditionen. Braucht Stengert mehr Platz, kann er kostenlos den gemeinsamen Besprechungsraum nutzen. Dass sein kleines Büro nicht so repräsentativ ist, wie ein großer Komplex, stört ihn nicht. "Für Seminare mieten wir woanders Räume an", sagt er.

Bevor neue Räume vermietet werden, fragt Heinen im Haus nach. So konnte Andreas Klein vom IT-Dienstleister Gate4 seine Büros erweitern. "Irgendwann war abzusehen, dass wir mehr Platz brauchen", erzählt er. Dann wurde ein Raum nebenan frei. Mittlerweile hat er fünf Mitarbeiter. Für ihn sei es schwierig gewesen, als junge GmbH Büroräume zu finden. "Meistens verlangen die Vermieter eine Bilanz, die Alternative sind teure Kautionen." Im Gründungszentrum musste er nur drei Monatsmieten hinterlegen.

Manchmal reicht das Gründungszentrum auch nicht mehr aus, so wie bei Buchhalter Wolfgang Brönstrup. Er zieht nun aus, um zu expandieren. "Auf der einen Seite ist es schade, jemanden gehen zu lassen. Aber ein neuer Gründer bekommt dadurch die Chance, erfolgreich werden zu können", sagt Heinen.

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