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Komparsen-Suche in Bad Godesberg: Großer Andrang bei Casting im Kinopolis für Bestseller-Verfilmung

Komparsen-Suche in Bad Godesberg : Großer Andrang bei Casting im Kinopolis für Bestseller-Verfilmung

Wer einmal in einen Kinofilm als Komparse zu sehen sein möchte, konnte am Samstag spontan sein Glück bei einem Casting im Kinopolis in Bad Godesberg versuchen.

Wenn Sie für einen Film gecastet werden, würden Sie Ihre Haare abschneiden? Sich eine Glatze rasieren lassen? Vor der Kamera Ihren Partner küssen? Oder einen Fremden? Wer in der Bestseller-Verfilmung „Generation Beziehungsunfähig“ als Komparsin oder Komparse mitspielen will, muss gut überlegen, wozu er oder sie bereit ist, um die Chancen zu erhöhen. Und das wollen viele an diesem Mittag im Kinopolis in Bad Godesberg.

Um 12 Uhr beginnt am Samstag das Casting der Produktionsfirma Pantaleon Films GmbH in Zusammenarbeit mit der Agentur Eick, eine Viertelstunde später liegen die ersten 130 Zettel in den Plastikkästen der Anmeldetische. Kein schlechter Start für Agentur-Mitinhaber Gregor Weber: „Normalerweise kommen zwischen 100 und 500 Menschen zu den Castings.“ Eine Ausnahme war das Casting für die Zwanziger-Jahre-Serie „Babylon Berlin“, das vor einem Jahr ebenfalls von der Agentur organisiert worden war und in Bonn einen fast schon legendären Status hat – Tausende von Bewerbern standen damals stundenlang am Brückenforum in Beuel an.  Laut Agenturchef Burkhard Eick war die Schlange drei Kilometer lang. So weit kommt es heute nicht. Im Kinopolis geht man direkt zum Casting-Team durch. Alle Interessierten füllen einen Zettel aus mit Fragen zu Küssen und Glatzen, aber auch zu Hobbies und musikalischen Fähigkeiten, es wird nach Schauspielausbildung und Kellnererfahrung gefragt.

Den Zettel tauschen die Kandidaten am Anmeldetisch gegen eine Nummer ein. Es wird ein Foto gemacht, und damit ist die Prozedur vorbei – Die Teilnehmenden gehen zum Ausgang. Im Gang hat die Regieassistenz einen Tisch aufgebaut. Der Drehstart ist in einer Woche. Wer besonders vielversprechend aussieht, wird von der Regieassistenz deshalb sofort zur Seite gebeten, für Rollen, die besonders dringend besetzt werden müssen. Vielversprechend, das bedeutet hier: Instagram-Style, Streetwear-Hipster, Trendsetter-Typen. Coole, individuelle, gerne multikulturelle Männer und Frauen ab 18 Jahren, das sucht die Agentur für das Setting der sozialkritischen Liebesgeschichte von „Generation Beziehungsunfähig“.

Die Bewerber haben das Motto ernst genommen und sich in Schale geworfen, so wie Andrea. Die 51-Jährige tritt mit Kunstfelljacke, bunter Bluse und Glitzer im Gesicht vor die Kamera. Sie ist nicht das erste Mal dabei, Statistenrollen sind ihr Hobby, seit sie im Januar 2019 für „Babylon Berlin“ gecastet wurde: „Ich bin nur als Gag zum Casting gegangen, aber dann wurde ich plötzlich genommen, und es hat mir total viel Spaß gemacht“, erzählt sie.

Erfahrung als Komparsen haben auch Jana (27) und ihr Freund Victor (26). Jana ist ausgebildete Schauspielerin und hat in „Die Welle“ und verschiedenen Serien mitgespielt. Sie hat auch Victor dafür begeistert – seitdem ist der Mediendesigner ebenfalls als Kleindarsteller und Model unterwegs. Auf die Frage, was die beiden zur perfekten Besetzung für „Generation Beziehungsunfähig“ macht, ruft Jana: „Style!“ und lacht. Der Spaß an der Sache scheint für die meisten hier der Hauptgrund zu sein, am Casting teilzunehmen. Die Atmosphäre ist locker und konkurrenzfrei. Bis zum 31. März können die Bewerber also entspannt auf den entscheidenden Anruf warten, mit dem die Agentur sie zum Dreh einlädt. Wenn es nicht klappt, halb so schlimm: Das nächste Casting kommt bestimmt.