Fahrradparcours in Bad Godesberg: Geschicklichkeit ist gefragt

Fahrradparcours in Bad Godesberg : Geschicklichkeit ist gefragt

„Motorisch sind sie schon ganz gut drauf“, lobte Heinrich Pitthan, Eigentümer des Fahrradladens „Traumrad“ in Bad Godesberg, die rund 30 Schüler der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule, die am Montagnachmittag auf dem Hof ihrer Schule die ersten Fahrversuche auf einem von der Stadt entwickelten Fahrradparcours machten.

„Die Kinder sollen vor allem mehr Geschicklichkeit entwickeln und ihre Reaktionsschnelligkeit testen. Unterm Strich geht es schlicht darum, im Verkehr sicherer zu werden“, erklärte Pitthan, der im Zuge des Arbeitskreises „Mit dem Rad zur Schule“ den Parcours mitentworfen hat.

Angeleitet wurden die Fünftklässler der Gesamtschule von Peter Küpper von der Bonner Polizei und Jürgen Dörr vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub Bonn (ADFC). Das Ziel: Den Schülern eine sichere Koordination im Straßenverkehr zu vermitteln. Küpper machte es den Kindern vor: Aufsteigen, umschauen, Handzeichen geben, losfahren. Und natürlich ganz wichtig, bevor es überhaupt losgeht: der Sicherheitscheck.

Die gute Nachricht für die Kinder: „Es gibt keine Noten“, versprach Küpper. „Wir wollen heute Action machen, wir wollen, dass ihr Fahrrad fahrt.“ Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen, „aber das Fahrrad hat bei Schülern der weiterführenden Klassen leider nicht mehr die Akzeptanz, die es noch an der Grundschule hat“, erläuterte Frank Rosbund vom städtischen Schulamt. Zwar hätten auch die weiterführenden Schulen den Auftrag, das Thema Verkehrssicherheit im Unterricht zu behandeln, aber durch die neue Aktion wolle man die Schulen motivieren, sich noch mehr in diesem Bereich zu engagieren.

„Verkehrserziehung bricht oft nach der Grundschule ab“, meinte Marlies Koch vom Stadtplanungsamt. „Und die Begeisterung fürs Radfahren nimmt bereits ab der fünften Klasse rapide ab. Das wollen wir mit dem neu entwickelten Fahrradparcours, der sobald wie möglich an allen weiterführenden Schulen aufgestellt werden soll, ändern.“

Ziel sei es, an die Radfahrausbildung im vierten Schuljahr anzuknüpfen und dazu beizutragen, dass die Fünft- und Sechstklässler ihren neuen Schulweg zu den weiterführenden Schulen mit dem Fahrrad zurücklegen. Mit Hilfe des Radparcours sollen sich die Schüler auf ihren Rädern sicherer fühlen, gleichzeitig wird auch angestrebt, die Anzahl der „Elterntaxen“ zu reduzieren.

Baumscheiben, Poolnudeln, Kegel, Seile und viele weitere Einzelteile dienten dazu, die Geschicklichkeit der Kinder zu fördern. „Das soll schon auch ein bisschen cool sein für die Kinder“, meinte Koch. Neben den Experten, die gestern die Schüler betreuten, gibt es noch drei Freiwillige, die sich ehrenamtlich engagieren, um die Schüler zu betreuen – weitere werden gesucht.

Denn das ganze Projekt „soll nicht auf die lange Bank geschoben werden“, versicherte Koch. Nach dem zweiten Probetag, der am Donnerstag ansteht, wollen sich Experten noch einmal zusammensetzen. Schon bald nach den Sommerferien sollen dann die Schulen angeschrieben werden und zum Mitmachen motiviert werden. „Die Schulen kriegen das dann von uns fertig serviert“, so Koch. „Sie müssen nur noch zugreifen.“

Schulen, die sich für den Parcours interessierten, können sich ab sofort bei Marlies Koch unter marlies.koch@bonn.de anmelden. Dies gilt auch für weitere Betreuungspersonen, die Spaß am Radfahren und am Kontakt mit jungen Menschen haben.

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