Wohnraumentwicklung: Genug Grundschulplätze in Plittersdorf

Wohnraumentwicklung : Genug Grundschulplätze in Plittersdorf

Die Stadt Bonn teilt die Befürchtung des Bürger Bundes nicht: Die Schaffung von mehr Wohnraum wird der Verwaltung zufolge in Schulen nicht zu Engpässen führen.

In Plittersdorf muss keine neuzugezogene Familie befürchten, dass ihr Kind keinen Grundschulplatz in der Nähe bekommt. Das geht aus einer Stellungnahme der Stadt zu einer Großen Anfrage von Rolf Fischer (Bürger Bund Bonn, BBB) hervor.

Wie berichtet, äußerte der Kommunalpolitiker die Befürchtung, die Schulen in Plittersdorf könnten keine weiteren Schüler aufnehmen, wenn die Wohnbebauung im Gebiet Kennedyallee und Ahrstraße umgesetzt wird. Dort gibt die Postbank bekanntlich einen großen Standort auf, wo neuer Wohnraum entstehen soll. „Bei Realisierung des genannten Bauvorhabens ist mit dem Zuzug von vielen Familien zu rechnen“, argumentierte Fischer. „Die Aufnahmekapazitäten der umliegenden Grundschulen (Donatusschule, Gotenschule, gegebenenfalls Beethovenschule) reichen möglicherweise für die Aufnahme zusätzlicher größerer Schülerzahlen nicht aus.“ Wie die Stadt nun mitteilt, beabsichtigt die Postbank „den in Rede stehenden Standort bis zum Jahr 2022 aufzugeben. Auf dem dann zur Disposition stehenden Areal könnten in der weiteren Folge 200 bis 300 Wohneinheiten geschaffen werden.“ Wohnortnächste Schulen seien da die Goten-, Donatus- und Bodelschwinghschule.

Acht bis zwölf Schüler pro Jahrgang

Die Stadt kann allerdings am erwarteten Zuzug nicht genau berechnen, wie viele Kinder dann zusätzlich die Schule besuchen müssen. „Bei der Errechnung möglicher Zuwächse an Schülern wird daher auf Erfahrungswerte und Modelle anderer Kommunen zurückgegriffen, die hinsichtlich Größe und Bevölkerungswachstum mit Bonn vergleichbar sind“, heißt es aus dem Stadthaus. Danach ergebe sich ein Zuwachs von acht bis zwölf Schülern pro Jahrgang. Grundsätzlich sei zu beachten, dass die Prognose von Zuwächsen an Schülern aus Neubaugebieten schwierig sei.

Das hat mehrere Gründe: Die Fertigstellung der Baugebiete und die Bezugsfertigkeit der Wohnungen kann laut Verwaltung zeitlich nur sehr grob geschätzt werden. „Wohnungen müssen nicht notwendigerweise mit der erwarteten Zielgruppe, das heißt Familien mit Kindern, belegt werden. Kaum vorhersehbar ist, inwieweit die Wohnungen durch Zuzüge außerhalb Bonns oder durch Umzüge innerhalb des Stadtgebietes belegt werden, sodass die Kinder an anderen Schulstandorten fehlen.“

Abriss für 2022 geplant

Probleme fürs nördliche Plittersdorf werden nicht erwartet, da die Gotenschule sowieso dreizügig ausgebaut werden soll. Überhänge an Schulen sollen künftig dort aufgefangen werden.

Wie im Mai 2018 bekannt wurde, hat die Postbank ihr Gebäudeensemble für 1500 Mitarbeiter an der Kennedyallee 62-70 an die Düsseldorfer Gerchgroup verkauft. Der Investor erklärte, dass er auf dem 32.000 Quadratmeter großen Grundstück Wohnungen und Büroräume errichten will. Die Bank gibt acht von neun Bonner Standorten auf, um das Gros der Mitarbeiter im geplanten Neubau auf dem Gelände des gesprengten Bonn-Centers unterzubringen. Die Postbank-Mitarbeiter bleiben bis Ende 2021 an der Kennedyallee und werden erst dann umziehen.

Auf dem Areal sollen später 40.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche entstehen – eine Investition von 130 Millionen Euro. Davon ist ein Großteil für frei geförderten sowie öffentlich geförderten Wohnraum vorgesehen. Zur Kennedyallee hin plant der Investor Büros und einen Kindergarten. Der Rückbau der bestehenden Gebäude aus den 70er Jahren ist nach dem Auszug der Postbank für Anfang 2022 terminiert, hieß es.

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