Proben für das Beethoven-Kinder-Fest: Förderschule spielt die 9. Sinfonie als Rocknummer

Proben für das Beethoven-Kinder-Fest : Förderschule spielt die 9. Sinfonie als Rocknummer

Erstklässler der Siebengebirgsschule schicken Beethoven auf eine Zeitreise: Was würde der Komponist denken, wenn er uns heute sehen könnte und unsere Musik hören würde?

Die Siebengebirgsschule nimmt in diesem Jahr als einzige Förderschule am Beethoven-Kinder-Fest teil. Die erste Klasse übt schon fleißig an einer modernen Interpretation der bekannten 9. Sinfonie.

„Gegensätze“ lautet das diesjährige Motto des Festes, und das passe wunderbar zu ihren Schützlingen, so Klassenlehrerin Iris Bergholz: „Ordnung und Unordnung, Wildheit und Ruhe – das gab es in Beethovens Leben und Musik genauso wie bei uns im Klassenraum.“ Gegensätze und Unterschiede zu erkennen und anzunehmen, sei dazu ein wahnsinnig wichtiger Entwicklungsschritt für Kinder, so Bergholz.

Wild-rudernde Luftgitarre

In dem Stück, das die zwölf Kinder einstudieren, folgen die Zuschauer Beethoven auf eine Zeitreise: Was würde er denken, wenn er uns heute sehen könnte und unsere Musik hören würde? Wahrscheinlich würde es dem Rebellen Beethoven gut gefallen, wenn er die Zweier- und Dreiergruppen, mal als harte Rocker, als coole Hiphopper oder anmutige Ballerina leidenschaftlich zu seiner „Ode an die Freude“ tanzen sehen könnte. Denn da wird im Eifer des Gefechts schon mal zu der Discoversion der berühmten Sinfonie die wild-rudernde Luftgitarre ausgepackt. Aber wie sagte Beethoven einst selbst: „Eine falsche Note zu spielen ist unwichtig, aber ohne Leidenschaft zu spielen, ist unverzeihlich!“

So kann sich auch der achtjährige Eddi, der Beethoven höchstpersönlich verkörpern wird, mit dem wilden Rollenvorbild identifizieren: „Beethoven hat nicht wie die anderen Komponisten Perücke getragen, das war cool von ihm.“

Sabrina Palm vom Beethoven-Kinder-Fest ist sich sicher, dass auch Förderschulkinder toll in das Konzept der Veranstaltung passen: „Die Kinder machen eine unglaubliche Entwicklung durch, das Selbstbewusstsein, das sie aus einem solchen Auftritt ziehen, verändert sie fürs Leben“, schwärmt Palm. Besonders Kinder, die im Unterricht oft Schwierigkeiten hätten, seien auf der Bühne ein ums andere Mal über sich hinausgewachsen.

Einen kleinen Schock haben die Kinder dann aber schon bekommen, als sie hörten, dass die Bühne im Pantheon etwa doppelt so groß sei, wie ihr gesamter Klassenraum. Zum Glück ist Kristina Kost, Theaterpädagogin vom Jungen Theater, als Mentorin der Klasse dabei. Sie hilft mit kindgerechten Tipps zur Bühnenpräsenz.

Am 15. Juni bringen die Kinder das Stück im Pantheon auf die Bühne. Zehn Grundschulen nehmen teil. Durch die Veranstaltung führt WDR- und Kika-Moderator André Gatzke. Karten gibt es für acht Eurounter www.pantheon.de.

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