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Karnevalssession während Corona: Fidele Möhnen aus Lannesdorf sagen Proklamation ab

Karnevalssession während Corona : Fidele Möhnen aus Lannesdorf sagen Proklamation ab

Der Karnevalsverein KG Fidele Möhnen verzichtet auf ihre Proklamation und auch auf andere Veranstaltungen. Beim Festausschuss Godesberg geht die Planung erst mal wie gewohnt weiter. Die Vereine warten auf eine Entscheidung der Politik.

Rund 180 Tage sind es noch bis die neue Karnevalssession am 11.11. eingeläutet wird. Die Corona-Pandämie lässt die Vereine derzeit ins Grübeln kommen. Schon jetzt hat der Vorstand der Lannesdorfer Karnevalsgesellschaft Fidele Möhnen die Reißleine gezogen. „Aufgrund der derzeitigen Situation haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, unsere geplanten Veranstaltungen für dieses Jahr abzusagen“.

Damit ist nicht nur das Oktoberfest zu den Akten gelegt, sondern auch die Veranstaltungen auf dem Lannesdorfer Dorfplatz. Dort war für den 31. Oktober ein großes Herrenfrühschoppen vorgesehen, eine Woche später die Proklamation der Kindertollitäten. Jeweils 1000 Besucher hätten sie dazu erwartet, sagt Oliver Brenner, Vorsitzender der KG Fidele Möhnen. Und seine Frau Sandra Brenner, Präsidentin des Vereins, ergänzt „Der gesundheitliche Aspekt steht bei uns natürlich an erster Stelle. Wir können und wollen nicht verantworten, dass sich jemand mit dem Covid-19-Virus infiziert. Die derzeitig vorgeschriebenen Maßnahmen zu Großveranstaltungen lassen uns leider keine andere Wahl“.

So bleibt der Dorfplatz Ende Oktober leer und der Vereinsvorstand hofft, durch seine frühzeitige Entscheidung und die Zusammenarbeit mit einer Künstleragentur den Schaden zu begrenzen. Die eingekauften Programme sollen gerettet weren. Schwierig wird es laut Brenner, für die Produktion des Festheftes genug Werbepartnern zu finden. Wie man sich in den anderen Bad Godesberger Karnevalsvereinen verhält, werden die jeweiligen Vereinsvorstände wohl in den kommenden Monaten entscheiden.

In Wachtberg steht bei der KG Grün-Gold Gimmersdorf im November immer eine große Mädchensitzung im Dorfsaal auf dem Programm. Die sollte in diesem Jahr zum 11. Mal stattfinden. „Wir hoffen, dass wir sie stattfinden lassen können“, sagt die Geschäftsführerin der Karnevalsgesellschaft Grün-Gold-Gimmersdorf, Jutta Meurer-Oehl. In Gimmersdorf fällt eine Entscheidung zum Thema Karneval in Coronazeiten erst in einigen Wochen. Auch in Niederbachem überlegt der Vereinsvorstand, wie eine Karnevalssitzung in Coronazeiten stattfinden könnte. Dort sind für den 28. November bei der Karnevalssitzung im Henseler Hof unter anderem die Tanzgruppe High Energy und die Musikgruppen „Sibbeschuss“ sowie „Karobuben“ fürs Bühnenprogramm gebucht.

Beim Festausschuss Godesberger Karneval äußerte sich Präsident Armin Weins zur Entscheidung der Lannesdorfer: „Für uns ist die entscheidende Frage, wie sich die Politik nach dem 31. August zum Thema Großveranstaltungen und vor allem Karnevalsveranstaltungen positioniert. Die Entscheidung der KG Fidele Möhnen respektieren wir“, sagte er. „Von uns gibt es derzeit keine Entscheidung zu den Veranstaltungen des Festauschusses im November.“ Dazu zählen etwa die Sessionseröffnung auf dem Theaterplatz in Bad Godesberg sowie die große Prinzenproklamation. „Der Karneval lebt von der Begegnung und der Nähe der Menschen zueinander“, sagt Weins. In Abstimmung mit den anderen Festausschüssen der Stadt wird die Lage in den kommenden drei Monaten sehr genau betrachtet. Die Planung gehe im Moment noch „ganz normal“ weiter. Angedacht ist, dass vielleicht bis Ende August das große Prinzenpaar und das Kinderprinzenpaar vorgestellt werden.