Verrauchter Filter löst Alarm aus: Feuerwehreinsatz bei SGL-Carbon in Bonn-Lannesdorf

Verrauchter Filter löst Alarm aus : Feuerwehreinsatz bei SGL-Carbon in Bonn-Lannesdorf

Seit dem Mittag ist die Feuerwehr auf dem Firmengelände der SGL-Carbon Group in Bonn-Lannesdorf im Einsatz. Die Polizei hat das Gelände abgesperrt.

Wegen eines Brandes bei der Firma SGL Carbon musste die Feuerwehr am Montag gegen 12.45 Uhr zu einem langwierigen Einsatz nach Lannesdorf ausrücken. Laut Feuerwehr-Einsatzleiter Horst Neffgen war es in einer Filteranlage auf dem Werksgelände an der Drachenburgstraße zu einer Verrauchung gekommen. Erst nach rund drei Stunden konnten die etwa 20 Wehrleute wieder abrücken. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. Verletzt wurde niemand.

Das Unternehmen ist nach eigener Aussage einer der weltweit führenden Hersteller von Produkten aus Carbon. Das Portfolio reicht von Kohlenstoff-, Graphit- und Carbonfaser-Produkten bis hin zu Verbundwerkstoffen. Wie Horst Neffgen erklärte, werden durch die Filteranlage Rauchgase geführt und bei bis zu 800 Grad Celsius verbrannt. Aus bislang noch unbekannten Gründen sei es dabei zu der unkontrollierten Verrauchung gekommen. Doch die Anlage war ohnehin heruntergefahren worden, weil sie am Dienstag einer Revision unterzogen werden sollte. Nachdem Mitarbeiter von SGL Carbon zunächst selber versucht hatten, die Ursache für die Verrauchung zu finden, wurde die Feuerwehr alarmiert.

Die Wehrleute öffneten dann an einer Stelle den Filter und löschten die laut Neffgen „noch erkennbare Glut“ mit Wasserstößen ab: „Ein richtiges Feuer hatte es aber nicht gegeben“, stellte er klar. Auch habe man es nicht mit brennbaren Stoffen zu tun bekommen.

Schuld an der langen Einsatzdauer sei laut Neffgen das Löschwasser gewesen, das in Verbindung mit dem Filter eine Säure bilden konnte. „Dieses saure Produkt hat die Bekleidung einiger Feuerwehrleute verunreinigt.“ Da der Stoff eine gewisse Reizwirkung besaß, seien eine umfangreiche Säuberung nötig gewesen. Auch Ersatzkleidung musste beschafft werden.