1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Kitas in Bonn und Wachtberg: Fertige Konzepte für die Kita-Öffnungen gibt es nicht

Kitas in Bonn und Wachtberg : Fertige Konzepte für die Kita-Öffnungen gibt es nicht

Nordrhein-Westfalen strebt einen stufenweisen Wiedereinstieg in die Kinderbetreuung an. Die Stadt Bonn, die Gemeinde Wachtberg und das Land berichten über den Stand der Vorbereitungen.

19 Kinder betreut die Gemeinde Wachtberg in ihren Kitas. „Tendenz steigend“, wie Pressesprecherin Margrit Märtens mitteilte. Alle Mitarbeiterinnen in den Einrichtungen und im Homeoffice hätten FFP-2-Masken erhalten. „Damit ist eine umfassende Ausrüstung gegeben, sollten wieder alle Mitarbeiterinnen in der Kita zum Einsatz kommen“, sagte Märtens. Allerdings sei das Tragen von Gesichtsmasken ja gerade in der pädagogischen Arbeit, insbesondere mit Kleinkindern, je nach Situation schwierig.

Fertige Pläne für den Tag X liegen in Wachtberg nicht in der Schublade. Die Verwaltung stehe aber in engem Kontakt mit allen kommunalen Kitas. „Überlegungen zur weiteren Entwicklung und gegebenenfalls Lockerungen werden natürlich gemacht, ohne konkrete Vorgaben bleiben derlei Gedankenspiele jedoch reine Spekulationen“, so die Pressesprecherin.

Vom Land wünschen sich die Beteiligten in Wachtberg etwas mehr Vorlauf. Neue Erlasse seien in der Regel immer freitagabends oder samstags gekommen, aber ab dem darauffolgenden Montag gültig gewesen. „Das ist natürlich sehr kurzfristig und macht eine zeitnahe Umsetzung nicht gerade einfach“, meinte Märtens.

Empfehlungen sollen Ende der Woche vorliegen

Wie berichtet, werden in den Kitas der Stadt Bonn mit Stand 23. April 742 Kinder betreut, 79 weitere bei Tagesmüttern und -vätern. Aktuellere Zahlen gibt es nach Auskunft des städtischen Presseamtes nicht. Ob die Zahlen steigen, weil nun auch berufstätige Alleinerziehende die Notbetreuung in Anspruch nehmen dürfen, konnte die Stadt am Dienstag noch nicht sagen, „da die Regelung erst seit Montag, 27. April, gilt und zum Beispiel die entsprechenden Formulare erst am Wochenende bei der Kommune eingegangen sind“.

Über ein mögliches Konzept für eine komplette Kitaöffnung schweigt sich die Stadt aus, ebenso wie zu einer Maskenpflicht, da es sich um eine Entscheidung des Landes handele. Das klingt auf GA-Anfrage beim NRW-Familienministerium anders: „Über den Einsatz von einer Mund-Nasen-Bedeckung entscheiden die Träger als Arbeitgeber in eigener Verantwortung“, teilt Vize-Pressesprecher Henning Severin  mit.

Ruf nach mehr Eigenverantwortung für die Länder

Generell strebe NRW einen stufenweisen Wiedereinstieg in die Kindertagesbetreuung an. Wie der aussehen könnte, soll die AG Kita erarbeiten, in der Vertreter aller 16 Bundesländer normalerweise zweimal pro Jahr zusammenkommen. Die Empfehlungen sollen bis Ende der Woche abgestimmt werden und als Grundlage für die Entscheidungen in den Ländern dienen. „Das Wohl der Kinder und die derzeit sehr herausfordernde Situation der Familien ist in den Beratungen zwischen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten sowie der Wissenschaft bislang zu kurz gekommen“, stellt Familienminister Joachim Stamp fest. Es sei an der Zeit, den Jüngsten „schnellstmöglich wieder die Chance auf frühkindliche Bildung und soziale Kontakte zu ermöglichen, weil dies von großer Bedeutung für die Entwicklung unserer Kinder ist“. Er befürworte zudem eine Öffnung von Spielplätzen in absehbarer Zeit, wenn eine verantwortliche Aufsicht möglich sei. Insgesamt sollten die Länder eigenverantwortlicher über weitere Schritte entscheiden können, so Stamp.

In den katholischen Kindergärten in Bad Godesberg hat man sich umgestellt – technisch und thematisch, so die Koordinatoren Sonja Velten und Niklas Mast-Jendrzewski. Zu Beginn der Krise wurden in zwölf der 13 Kitas, die dem Netzwerk angehören, ein bis fünf Kinder betreut, die Zahl hat sich nahezu verdreifacht (der GA berichtete). Doch auch zu den „Daheimgebliebenen“ hält man Kontakt, unter familienzentren-godesberg.de finden sich Hilfsangebote.