Kommentar zum Paketchaos: Fehlende Transparenz

Kommentar zum Paketchaos : Fehlende Transparenz

Die Post wirbt damit, dass sie sich in ihrem Kerngeschäft darauf konzentriert, „weltweit die erste Wahl für Kunden“ zu sein. Da erwartet man vollen Einsatz, Transparenz und Service, was die Betroffenen in den vergangenen Wochen allerdings vermisst haben.

Seinen Liebsten eine Freude zu bereiten, ist für viele das Schönste, was es gibt. Wie groß ist die Enttäuschung, wenn endlich das perfekte Geschenk gefunden, verpackt, zur Post gebracht – und auf einmal unterwegs verschollen ist? Diese unschöne Erfahrung mussten kürzlich einige Kunden machen, deren Sendungen unterwegs zum Paketzentrum in Neuwied spurlos verschwanden.

Es ist traurig, dass sie drei Wochen lang keine vernünftige Information von der Post bekamen. Obwohl diese sich intern längst auf die Suche nach den Paketen gemacht hatte – letztlich mit Erfolg. Irgendwo in Bonn tauchte am Montag ein vergessener Container auf. Klar: In der Adventszeit befinden sich doppelt so viele Pakete wie normalerweise im Umlauf. Dass einem da Fehler unterlaufen können, ist einfach nur menschlich. Eine andere Sache ist es aber, wie man mit solch einer Situation umgeht.

Die Post wirbt damit, dass sie sich in ihrem Kerngeschäft darauf konzentriert, „weltweit die erste Wahl für Kunden“ zu sein. Da erwartet man vollen Einsatz, Transparenz und Service, was die Betroffenen in den vergangenen Wochen allerdings vermisst haben. Die Kunden dazu aufzufordern, einen aufwendigen Nachforschungsantrag zu stellen, auf den keiner reagiert, ist keine Hilfe.

Besser wäre es gewesen, die Panne von Anfang an zuzugeben und nicht erst, als das Problem gelöst war. Das hätte den Kunden nicht das Gefühl gegeben, mit ihrem Problem allein gelassen zu werden. Und sie sicherlich auch weniger verärgert.

Bleibt zu hoffen, dass alle fehlenden Pakete aus Bad Godesberg in den nächsten Tagen noch gefunden werden und rechtzeitig zum Fest bei den Empfängern ankommen.