Geplante Radarfalle in Bad Godesberg: FDP will Tempo 50 statt Blitzer auf Ludwig-Erhard-Allee

Geplante Radarfalle in Bad Godesberg : FDP will Tempo 50 statt Blitzer auf Ludwig-Erhard-Allee

Ab dem Sommer soll es an der Ludwig-Erhard-Allee auf Höhe des Forschungszentrums Caesar einen neuen Blitzer geben. Die Bad Godesberger FDP hält dagegen die Reduzierung des Tempolimits von Tempo 70 auf 50 für sinnvoller.

Kurz vor Weihnachten: Die Polizei blitzt auf der Ludwig-Erhard-Allee und erwischt einen Autofahrer, der anstatt der erlaubten 50 Stundenkilometer mit Tempo 101 unterwegs war. Innerhalb von zwei Stunden sind weitere 19 Autos zu schnell. Das zu schnelle Fahren an bestimmten Stellen ist für die Stadt ein Grund, dort Blitzer aufzustellen: Wie berichtet, soll das im Sommer auch in Höhe des Forschungszentrums Caesar der Fall sein. Die Bad Godesberger FDP will das allerdings verhindern und schlägt stattdessen ein durchgängiges Tempolimit vor.

Mit dem Antrag wird sich die Bezirksvertretung Bad Godesberg in ihrer Märzsitzung beschäftigen. Der Bezirksverordnete Wolfgang Heedt hat dabei das 765 Meter lange, zweispurige Stück ab dem Rheinauenparkplatz bis zur Südbrücke im Sinn, auf dem Tempo 70 gilt. Doch freie Fahrt herrscht dort nicht unbedingt, weil dieser Streifen auch noch durch eine Ampel unterbrochen wird. „In diesem Streckenabschnitt liegt auch die Abfahrt zum Rheinauenrestaurant, sodass dort immer mit langsamen Abbiegern oder Einfädlern zu rechnen ist“, argumentiert Heedt. So hält er die Radaranlage für entbehrlich, „wenn diese wenigen Meter auf Tempo 50 eingestuft werden“.

Die Verwaltung teilt auf GA-Anfrage mit, dass sie an der Beschlussvorlage zur Montage des Blitzers festhalte. Auswertungen mehrerer Verkehrszählungen hätten ergeben, dass auf der der Ludwig-Erhard-Allee die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern überdurchschnittlich häufig überschritten werde. Sollte der FDP-Antrag dennoch beschlossen werden, „wird die Verwaltung die gewünschte Prüfung durchführen“, so Andrea Schulte vom Presseamt.

Derzeit sechs stationäre Blitzanlagen in Bonn in Betrieb

Der Bau- und Vergabeausschuss vertagte indes in seiner jüngsten Sitzung den Kauf der Geschwindigkeitsüberwachungsanlage für die Ludwig-Erhard-Allee. Mit Blick auf den FDP-Antrag solle zunächst die Bezirksvertretung Bad Godesberg angehört werden, so die Politiker. Der Anschaffung des zweiten Blitzers, der auf dem Konrad-Adenauer-Damm auf dem Hardtberg aufgestellt werden soll, hatte die Hardtberger Bezirksvertretung zwar bereits zugestimmt. Dennoch fällte der Ausschuss dazu ebenfalls noch keinen Beschluss. Die Verwaltung hatte darauf hingewiesen, dass man beide Blitzer gemeinsam anschaffen wolle.

In Bonn gibt es acht stationäre Blitzanlagen. Auf der Reichsstraße in Ückesdorf in beiden Fahrtrichtungen, an der Mainzer Straße an der Eisenbahnbrücke zwischen Rüngsdorf und Pennenfeld sowie im Bad Godesberger Tunnel, wobei dort derzeit eine Röhre gesperrt ist und deshalb nur zwei der insgesamt vier Blitzer in Betrieb sind. Aktuell gibt es zudem zwei Blitzanhänger, von denen einer seit mehr als zwei Jahren an der B9 vor der Bundeskunsthalle steht. Seit Jahresbeginn befindet sich dasselbe Modell auf der Remagener Straße (B9) in Mehlem.

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