Vorstandswahl der Liberalen in Bad Godesberg: FDP will Godesberg zum Hochschulort machen

Vorstandswahl der Liberalen in Bad Godesberg : FDP will Godesberg zum Hochschulort machen

Als Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes folgt Wolfgang Heedt auf Ulrich Hauschild. Er will Entscheidungsträger in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft vernetzen.

Staffelübergabe bei der Bad Godesberger FDP: Wolfgang Heedt heißt seit Mittwochabend der neue Vorsitzende der Liberalen in Bonns südlichem Stadtbezirk. Der 57-Jährige folgt Ulrich Hauschild, der sein Amt nach vier Jahren weitergab. Hauschild hatte den Ortsverband seit seinem Wechsel von der CDU im Jahr 2001 stark geprägt und vertritt die FDP und ihre Wähler weiterhin in der Bezirksvertretung. In Kooperation mit seinem Nachfolger hatte er zuletzt auch eine Idee auf den Weg gebracht, die die Liberalen in nächster Zeit mit Verve verfechten wollen: Bad Godesberg soll demnach zum Standort akademischer Institutionen werden.

Kurfürstliche Zeile mit historischem Rathaus, die chinesische Botschaft, das Landesvermessungsamt, die heutige Carl-Schurz-Realschule und Bürogebäude, welche nach ihrer derzeitigen Nutzung als Asylbewerberunterkünfte mittel- und langfristig einer neuen Nutzung harren – so weit die Aufzählung von Liegenschaften in räumlicher Nähe zur Bad Godesberger Innenstadt, die sich nach Überzeugung von Wolfgang Heedt als Standort für qualifizierte Bildungsinstitutionen geradezu aufdrängen.

Denn: „Wir haben nicht nur geeignete Gebäude, sondern mit B 9, Deutscher Bahn und ÖPNV auch eine hervorragende regionale und überregionale Anbindung“, sagte er am Rande des Parteitags. Damit aus der Idee mehr wird als ein schlagzeilenträchtiger Vorstoß, habe man in verschiedene Richtungen bereits die Fühler ausgestreckt: „Wir vernetzen uns derzeit mit Entscheidungsträgern in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft“, sagte Heedt, der freiberuflich als Personalberater arbeitet.

Mit 24 zu sieben Stimmen war er zuvor zum neuen Vorsitzenden gewählt worden, seine Stellvertreter sind der Rechtsprofessor Felix Hey und die Politikberaterin Anna Kravtsenko. Noch vor den Neuwahlen schlug jedoch noch einmal die Stunde von Ulrich Hauschild: Nach einem ausführlichen Tätigkeitsbericht, in dem er mit dem einen oder anderen Seitenhieb auf die politische Konkurrenz mehrfach den Anspruch der Liberalen auf konstruktive Kritik statt Fundamentalopposition untermauerte. Einen konkreten Vorschlag hinterlässt Hauschild für die Neugestaltung des Theaterplatzes zu einer Piazza mit Erholungsfaktor.

Sodann wurde der 65-Jährige vielstimmig, launig und dankbar in den politischen „Halbruhestand“ verabschiedet. Als Laudatoren für „15 ganz tolle Jahre“ bewährten sich unter anderem FDP-Kreisvorsitzender Joachim Stamp und Rats-Fraktionschef Werner Hümmrich. Bedacht mit Golfbällen im Blumenstrauß, einem guten Wein und einem antiquarischen Kommersbuch blieb Hauschild nur noch die Feststellung: „Gegen Lob kann man nichts machen.“