Stadt prüft Möglichkeiten: FDP fordert Anleger für Flusskreuzfahrtschiffe

Stadt prüft Möglichkeiten : FDP fordert Anleger für Flusskreuzfahrtschiffe

Am Karfreitag starten die Schifffahrtsgesellschaften in die Saison. Pünktlich zum Start wagt die FDP Bad Godesberg einen Vorstoß, die Anlegerstellen im Stadtbezirk auszubauen oder doch immerhin zu prüfen, ob und in welchem Rahmen sie auch für lange Flusskreuzfahrtschiffe geeignet sind.

Die Liberalen sehen in diesem Sektor einen wachsenden Markt. „Dabei sind auch die Kapazitäten zu berücksichtigen, die das attraktive Bad Godesberger Rheinufer mit seinem einzigartigen Blick auf das Siebengebirge beisteuern kann“, heißt es in einer Mitteilung an die Presse.

Die Verwaltung soll nun feststellen, welche Anlegestellen technisch für große Schiffe geeignet sind – und zwar für die Länge des Bad Godesberger Rheinufers zwischen Plittersdorf bis Mehlem. Der CDU-Bezirksverordnete Philipp Lerch sieht begrüßt den Vorschlag. „Natürlich müssten die Kosten in einem guten Verhältnis zum Nutzen stehen“, erklärte Lerch. Und man müsste sich gleichzeitig Gedanken machen, die Touristen mit Bussen zu Wahrzeichen wie der Godesburg zu bringen.

Grundsätzlich bestätigen Wirtschaftsförderung und die Tourismus und Congress GmbH Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler, dass Flusskreuzfahrten „ein boomender Markt sind“. Das zeige auch der neu geschaffene Anlegers in Bonn. Bad Godesberg sei in Gesprächen mit Reedern immer auch Thema. „Inwieweit ein eigener Anleger für Bad Godesberg anzustreben ist, gerade auch aus wirtschaftlichen Sicht, muss geprüft werden“, teilte Stefanie Zießnitz aus dem Presseamt mit. Die Stadt lässt aber die Schwierigkeiten anklingen.

Bau kostet rund 300.000 Euro

Flussaufwärts wie flussabwärts an der Bastei seien bereits vier Steiger der Siebengebirgsschifffahrt (PSS), die Rampe der Autofähre, jeweils eine Anlegestelle der Köln Düsseldorfer Rheinschifffahrt (KD) sowie der Bonner Personenschifffahrt (BPS) und flussabwärts das Bootshaus von Frank Asbeck am Rheinufer vorhanden. KD-Sprecherin Nicole Becker erklärte, aufgrund dieser Vielzahl von Anlegern könne dort ein Kreuzfahrtschiff derzeit nicht anlegen. „Damit steht an dieser Stelle kein Platz mehr für einen Flusskreuzfahrtsteiger, der nach modernen Standards mindestens Raum für ein 135 Meter Schiff bieten sollte, zur Verfügung“, so Zießnitz. Die Uferpromenade sei zu beiden Seiten als Rad- und Fußweg ausgebaut, eine Belieferung mit Lkw kaum möglich.

Clemens Schmitz von der Bonner Personenschifffahrt (BPS) hält das Unterfangen ebenfalls für schwierig, zumal der Bau rund 300.000 Euro kosten würde. „Mir würde auf Anhieb nicht einfallen, wo dafür freie Stellen sind“, erklärte Schmitz. Neben dem Platz seien die nautischen Ansprüche für solche Brücken zu berücksichtigen. Unterhalb des Schaumburger Hofs am Von-Sandt-Ufer beispielsweise sei der Wasserstand nicht hoch genug für schwere Kreuzfahrtschiffe.

Derzeit liegen auf Godesberger Gebiet laut Stadt folgende Anlegestellen: auf Höhe der Hofstraße ein Anleger der PSS, am Leserpark einer der BPS, am Panoramaplatz einer der KD und einer der PSS, in der Austraße und der Siegfriedstraße jeweils einer der PSS.

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