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Blick in die Pfanne erlaubt: Exotische Gerichte auf dem Street Food Markt in Bad Godesberg

Blick in die Pfanne erlaubt : Exotische Gerichte auf dem Street Food Markt in Bad Godesberg

Zum zweiten Mal findet der Food Lovers Street Food Markt in Bad Godesberg statt. Rund zwanzig Food Trucks sind über den Theaterplatz verteilt aufgestellt und bieten eine Bandbreite an internationalen Gerichten an.

Der Food Lovers Street Food Markt hat am Wochenende viele Besucher auf den Theaterplatz in Bad Godesberg gelockt. Zahlreiche Neugierige aller Altersklassen kamen, um die ungewöhnlichen Gerichte zu probieren. Unter Schirmen waren Tische und Bänke aufgebaut, um die Gäste vor Regen und Sonne zu schützen.

Auf Live-Musik hat der Geschäftsführer der Food Lovers, Max Sollmann, in diesem Jahr verzichtet. Es gebe zu wenig Interesse daran, da die Besucher nicht wegen der Musik, sondern wegen des Essens kämen. Musik aus den Lautsprechern bildete so den Hintergrund für die entspannte Atmosphäre zwischen den rund 20 Food Trucks. „Das Besondere an Street Food ist die Leidenschaft für das Essen und die regionalen Produkte“, berichtete der 30-jährige Bochumer.

Auch die Neugier auf kulturellen Austausch wird geweckt

Sollmann war in San Francisco zum ersten Mal auf Street Food gestoßen. Sein eigenes Konzept bietet er mittlerweile in ganz NRW an. Neben dem Street Food Markt betreibt er auch einen Burger-Stand und verkauft sein Essen auf Festivals. Das Street Food sei etwas Besonderes, es biete den Besuchern die Möglichkeit „dem Koch in die Pfanne zu sehen“ und wecke so die Neugier auch auf den kulturellen Austausch.

Von dieser Neugier konnte auch Verkäufer Houman berichten. Der 30-Jährige bot Safranhähnchen am persischen Stand seiner Familie an. Mit ihr kam er 1993 aus dem Iran nach Deutschland. Der Student sieht sich an erster Stelle als Deutscher und lebt gerne in Beuel. „Die Sonnenseite von Bonn!“, fügte er lachend hinzu. Er berichtete, dass die meisten Menschen dem angebotenen Essen mit Neugier begegnen. Wenn Augenkontakt hergestellt sei, biete er gerne Probierhäppchen an. Die meisten, die probierten, kauften dann auch eine Portion. Für seine Familie, die in Bonn das Café Madame Negla betreibt, ist das Street Food momentan ein Nebenverdienst. Seit Street Food in Deutschland boome, versuchten sie zwei Mal im Monat, an Veranstaltungen teilzunehmen. Ziel sei es, die persischen Spezialitäten auf größeren Festivals anbieten zu können.

Zwei Kundinnen fragten Houman zwischendurch, ob er nicht auch etwas essen wolle. Da er den Stand nicht verlassen konnte, brachten sie ihm kurzerhand einen Hot Dog vom Nachbarn. Auch das ist Austausch der Kulturen.

Viele Besucher interessierten sich besonders für außergewöhnlichere Gerichte. Wie zum Beispiel die 29-jährige Katharina Wirth-Werner, die mit ihrer Familie über den Markt schlenderte. Ihr erster Besuch eines Street-Food-Festivals gefiel ihr gut, sie fand das Konzept interessant und wollte sich von den exotischen Gerichten „inspirieren lassen“. Die Besucher des Markts äußerten jedoch auch Kritik an der mangelnden Vielfalt der Angebote. So zum Beispiel eine 85-Jährige und ihr 90-jähriger Mann, die bereits auf Street-Food-Märkten in anderen Städten waren. Sie probierten das Safranhuhn des persischen Stands und waren davon begeistert. Allerdings hätten sie sich „mehr exotische Sachen vorgestellt“ und fanden, es gebe zu viele ähnliche Angebote wie Barbecue und Burger. Ähnliche Kritik kam auch von der 26-jährigen Ann-Kathrin aus Castell, die sich gewünscht hätte, dass alle Teile der Welt vertreten wären. „Es wäre schön, wenn es zum Beispiel osteuropäisches Essen gäbe, weil das in Bonn sonst nicht angeboten wird.“

Einer der exotischsten Stände war der ostafrikanische Stand von Pauline Fay. Sie verkaufte Samosas, gefüllte Teigtaschen, und ist seit drei Jahren bei Street Food-Märkten dabei. Sie kommt aus Münster, hat vorher Catering betrieben und widmet sich jetzt hauptberuflich dem Street Food. Sie möge es sehr, weil die Menschen „fasziniert von den Gewürzen“ seien. Die Arbeit nimmt sie nach Feierabend nicht mit nach Hause: Privat bevorzugt die 45-Jährige am liebsten chinesisches oder bayrisches Essen.

Besucher loben die Gestaltung der Stände

Auffällig bei den meisten Ständen war der Verzicht auf Plastik. Stattdessen wurden die Speisen mit Holzbesteck und Papptellern ausgegeben. Dieser umweltbewusste Weg trug mit zum Flair des Marktes bei, der auch durch seine Optik die Besucher überzeugte. Studentin Rahel aus Bonn lobte die „farbenprächtigen und schön gestalteten Stände“. Optisch stach besonders der Stand der Smokers Company hervor: Dort wurde das Barbecuefleisch in einer großen Lokomotive gegart. Die Resonanz der Besucher zeigte bei der zweiten Auflage der Veranstaltung, die vom Verein Bad Godesberg Stadtmarketing unterstützt wird, dass das Konzept angenommen wird und bei vielen die Neugier auf ausgefallene Gerichte weckt.