Erlöserkirche Bad Godesberg: Umfangreiche Renovierungsarbeiten abgeschlossen

Stimmungsvolle Lichtszenen : Erlöserkirche für 150.000 Euro umfangreich erneuert

Die neue Beleuchtung war einer der zentralen Bestandteile der Renovierungsarbeiten in der Rüngsdorfer Erlöserkirche. Doch das Budget von 150.000 Euro ist noch in viele andere Teile des Gotteshauses geflossen.

Manch eine Modernisierung läuft im Verborgenen ab und fällt nicht direkt ins Auge. Das aber ist bei der evangelischen Erlöserkirche definitiv nicht der Fall. In den vergangenen dreieinhalb Monaten wurde das Gotteshaus umfangreich erneuert. Und ist schon jetzt - obwohl noch einige Restarbeiten anstehen - fast nicht mehr wiederzuerkennen.

"Die Beleuchtung ist komplett neu", berichtet Pfarrer Norbert Waschk und lenkt den Blick damit direkt auf die Änderung, die den gravierendsten Unterschied im kirchlichen Erscheinungsbild ausmacht. Ein Kronleuchter lässt den Altarraum in neuem Glanz erstrahlen, auch die 50 Jahre alte Orgel wird nun besonders beleuchtet. Durch dimmbare Unter- und Oberlichter "lassen sich sehr gut verschiedene Lichtszenen schaffen", sagt Waschk. Und das sowohl im unteren Bereich der Kirche, als auch auf der Orgelempore.

"Die technische Ausstattung stammte noch aus den 1960er Jahren", macht Waschk deutlich, dass dringender Handlungsbedarf bestand. Früher sorgten Glaskugeln, zum Schluss ausgestattet mit Energiesparlampen, für das rechte Licht. Besonders "prickelnd" sei das nicht gewesen, so Waschk. Als die letzte Ersatzlampe verbraucht war, stand der Beleuchtungserneuerung nichts mehr im Wege. "Egal ob in einem Privathaus oder in einer Kirche: Licht ist ein extrem wichtiges Element, weil es den Raum und seine Atmosphäre bestimmt", erklärt Waschk.

Foto: Barbara Frommann

Innenraum gestrichen, Boden gereinigt, neue Lautsprecher

Doch das ist noch nicht alles. Der Innenraum wurde in gedeckten, sandfarbenen Tönen gestrichen; der teils durch Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogene Boden im Altarraum gereinigt. Außerdem wurde die Lautsprecheranlage erneuert, die Boxen teilweise anders angeordnet. Und: "Wir haben jetzt Induktionsschleifen für diejenigen, die schlecht hören", beschreibt Waschk.

Auch auf der Empore hat sich einiges getan. Dort wurde der gut 50 Jahre alte PVC-Boden samt brauner Eckleisten entfernt. Zum Vorschein kam - zumindest an einigen Stellen vor den Sitzbänken - ein alter Kiefernholzboden aus den 1920er-Jahren, der nun sichtbar bleibt. Andere Akzente setzen die neuen Sitzkissen. Diese sind übrigens blau. Eine Farbe, die sich in kleinen Details (wie an der Decke im Eingangsbereich) im gesamten Gotteshaus wiederfindet. Darüber hinaus wurde die "Geometrie der Orgelempore geändert". Sprich: Die Stufen sind nun anders angeordnet, "damit dort die 80-köpfige Kantorei optimal stehen kann", erklärt Waschk. Das sei bislang nicht der Fall gewesen.

Zusätzlich wurden kleinere Arbeiten durchgeführt, so am Treppengeländer und an den alten Kirchbänken von 1880. Zwei davon sind übrigens verloren gegangen, berichtet der Pfarrer. Sie waren zur Aufarbeitung in der Schreinerei Ungerathen, in der es im Juli gebrannt hatte. "Wir wollen sie rekonstruieren lassen", so Waschk. Dann aber als vier halbe Bänke, "um sie leichter transportieren zu können".

Erlöserkirche: Roter Teppich vom Altar bis Hauptportal fehlt noch

Insgesamt schlägt die Sanierung mit rund 150.000 Euro zu Buche. Und scheint so gut wie abgeschlossen zu sein. Einiges aber fehlt noch. Da wäre zum einen der neue rote Teppich, der Altarraum und Hauptportal zieren soll. Der wurde eigentlich rechtzeitig geliefert. Aber, so der Pfarrer, die Firma hatte sich vermessen. Der Teppich war schlichtweg zu lang - um 20, beziehungsweise 40 Zentimeter. "Aber zu lang ist ja besser als zu kurz", nimmt Waschk das Malheur mit Humor. Und rechnet damit, dass der gekürzte, neu gekettelte Bodenbelag in ein bis zwei Wochen verlegt werden kann.

Zum Schluss wird ein Durchbruch von der Kirche in das neue Gemeindezentrum installiert, dem allerdings zwei Fenster zum Opfer fallen. Komplett verschwinden sie aber nicht: Ihre Glasscheiben werden in die Tür integriert, sagt Waschk. Das wird spätestens am 1. März der Fall sein. Dann soll das Gebäude fertig sein.

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