Historische Bilder aus Bad Godesberg: Erinnerungen an die Siebzigerjahre im Heiderhof

Historische Bilder aus Bad Godesberg : Erinnerungen an die Siebzigerjahre im Heiderhof

Wie war das damals mit den vielen Prominenten aus der Politik? Alexandra Mielke, die sich im GA auf dem Schulhof-Foto aus den Siebzigern wiedererkannt hat, weiß es noch ganz genau.

Eine freudige Überraschung bei der GA-Lektüre gab es für Alexandra Mielke: „Das Kind in der Mitte auf dem Schulhoffoto bin ich“, schreibt die Leserin auf den Bericht über die Entstehungsgeschichte des Heiderhofs. „Ich kann mich noch genau an den schönen sonnigen Tag erinnern, als das Foto gemacht wurde“, fährt Mielke fort. Sie war damals acht Jahre alt und ging am Weißdornweg in die Klasse von Rektor Karl-Heinz Vogt, der der Mundart und dem Singen sehr verbunden war. „Neugierig wie ich war, wollte ich mir die Erwachsenengruppe auf dem Schulhof anschauen, und, oh Schreck, es wurde ein Foto gemacht.“

Ihre Eltern seien damals sehr froh gewesen, vom Wirtschaftsministerium ein Haus auf dem ab 1962 bebauten Heiderhof zugeteilt bekommen zu haben. Sie hätten nämlich bis 1965 mit der älteren Schwester sehr beengt in einer Ein-Zimmer-Bundeswohnung in der Damaschkestrasse ausharren müssen. „Und das als höhere Ministerialbeamte“, so Mielke. Wie gut, dass das Neubaugebiet über Bad Godesberg der Wohnungsnot so vieler Bürger ein Ende machte.

Selbst Bundespolitiker wie Hans-Dietrich Genscher und Herbert Wehner hätten in ihrer Straße gewohnt, sagt das neugierige Schulmädchen von damals. „Eine spannende Zeit.“ Besonders weil die Promis ja am Wendehammer durch die Polizei von einem grünen Häuschen aus bewacht wurden. „Jeden Morgen wurden sie mit gepanzerten Wagen und Polizeieskorte abgeholt“, weiß Mielke noch. Ein Mannschaftswagen der Polizei sei immer vor Ort geparkt gewesen. „Und als Kinder durften wir oft die Sturmhauben und schusssicheren Westen anprobieren.“

Sie habe jede Menge wichtige ausländische Staatsbesuche aus der Nähe am Wendehammer sehen können, sagt Mielke. In Erinnerung seien ihr noch der Bruderkuss des sowjetischen Staatsoberhauptes Leonid Breschnew und die zahlreichen, teilweise inoffiziellen Besuche des DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker nebst Frau Margot. Aber auch amerikanische Präsidenten waren zu Gast: Ronald Reagan und Jimmy Carter. „Dann war der Weißdornweg gesperrt und teilweise sogar die Zufahrt zum Heiderhof“, erinnert sich Alexandra Mielke.

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