"Zirkus des Horrors" an der Ludwig-Erhard-Allee: Eine schaurig-schöne Show

"Zirkus des Horrors" an der Ludwig-Erhard-Allee : Eine schaurig-schöne Show

Marte Maritdatter läuft mit einem hämischen Grinsen durch die Manege. In ihrer Hand hält sie eine mehrere Zentimeter lange Nadel und zeigt sie dem Publikum - in ihrem Ausschnitt hat sie noch mehr dieser Nadeln deponiert; einige hat sie auch in der Stirn stecken.

Plötzlich winkelt sie ihren linken Arm an und sticht sich ohne Vorwarnung die Nadel durch die Haut. Sie schreit nicht, nein, sie lacht. Während der eine Teil des Publikums ungläubig zusieht, wie sie sich noch weitere Nadeln scheinbar problemlos durch die Haut sticht, schaut der andere Teil des Publikums lieber ganz weg.

Maritdatter gehört zur norwegischen Artistentruppe "Pain Solution" und schockt mit ihrer Darbietung das Publikum des "Zirkus des Horrors", der aktuell gegenüber dem Forschungsinstitut Caesar gastiert. Gruselig ist das Programm allemal. Bereits am Eingang stellen sich dem Besucher die Nackenhaare auf: Es ist ein kleines Labyrinth, das in die Gruft des Geschehens führt. Schon auf dem Weg dahin muss der Besucher mit der ein oder anderen "Überraschung" rechnen. Es ist dunkel, neblig und immer wieder hört man diese komischen Geräusche.

Willkommen in einem Mix aus Friedhof und Unterwelt! Wer dachte, dass Maritdatter mit ihrer Nadel-Nummer das Schlimmste gewesen sei, der irrt gewaltig. Kollegin Princess Tweedle Needle mag es noch eine Spur extremer. Im übrigen: Bei dieser Nummer fließt auch echtes Blut. Die Künstler von "Pain Solution" bezeichnen sich selbst - wie beruhigend - als "Freaks".

Ganz so abscheulich geht es aber nicht immer in der Manege zu. Ganz im Gegenteil. Artistin Emili strapaziert die Nerven der Zuschauer mit einer atemberaubenden Show am Schwungseil. Nicht minder spektakulär ist die Nummer von Tutanchamun, der in einer Höhe von bis zu fünf Metern einarmige Figuren zeigt. Erstklassig ist die Nummer von Kiminus und Belenus, die beide ohne Sicherung das "Rad des Todes" bezwingen. Waghalsige Stunts auf einem Motorrad (inmitten des Zelts!) gehören genauso zum Programm wie auch Camilla, die unzählige Hula-Hoop-Reifen um ihre Hüften schwingen lässt, oder Georgio, der zeigt was man alles mit Diabolos machen kann. Nicht zu verachten sind auch die Tanzeinlagen der Horror-Dancers: Die Mädels sind zwar wunderschön anzuschauen, aber auch sie sind gefährlich - wie der Rest, der in der Manege auftretenden Künstler.

Ein Clown darf in einem Zirkus natürlich auch nicht fehlen. Mit Maleficus hat der "Zirkus des Horrors" allerdings einen bösen Clown verpflichtet - bei seinen grenzwertigen "Witzen" bleibt einem das Lachen im Halse stecken.

Der "Zirkus des Horrors" zeigt bis einschließlich Sonntag, 24. Mai, täglich ab 19.30 Uhr seine schaurige Show. Das Zelt steht gegenüber der Rheinaue an der Ecke Ludwig-Erhard-Allee/Kennedyallee. Karten gibt es in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen: für feste Plätze 41,85, ermäßigt 36,35 Euro; freie Platzwahl: 31,95, ermäßigt 28,65 Euro und 25,35, ermäßigt 18,85 Euro.

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