Scheunen-Trödel in Bad Godesberg: Eine Plattform für Nachwuchskünstler

Scheunen-Trödel in Bad Godesberg : Eine Plattform für Nachwuchskünstler

Alteingesessene Bad Godesberger und etliche Neugierige sind zum "Scheunen-Trödel" von Anne Beikircher auf den Schweinheimer Katharinenhof gekommen.

Einige sind am Samstag wahrscheinlich zum "Scheunen-Trödel" auf den Katharinenhof gekommen, "um mal zu schauen, wie der Beikircher so wohnt", sinnierte Kabarettist Konrad Beikircher in seinem neuen Domizil. Andere sind einfach echte Trödelmarkt-Fans. Und wieder andere wollten - so wie Besucherin Erika Langer - als alteingesessene Godesberger endlich einmal wieder die Ausflugsstätte ihrer Kindheit wiedersehen. Das war jahrelang nicht mögliche. Denn der Katharinenhof war für die Öffentlichkeit lange Zeit nicht zugänglich.

Nun aber ist alles anders. Beikircher-Ehefrau und Künstlerin Anne hatte zu ihrem ersten Markt für "Mädels Kram" auf ihr Grundstück am Ende der Venner Straße geladen. Jede Menge Kreationen ihrer meist kunsthandwerklich tätigen Freundinnen waren an den Ständen ausgestellt. "Wir machen den Markt ja schon länger als 20 Jahre privat", erzählte Anne Beikircher. Auf dem neuen Anwesen habe der pittoreske Innenhof zwischen Scheune, Wohn- und ehemaligem Gasthaus sie herausgefordert, den "Mädels Kram" auf größeren Fuß zu stellen.

"Wir sind aber noch in der Findungsphase. Ich möchte das eher in die kreative Richtung weiterentwickeln", meinte "die Chefin", die ein buntes Programm vorbereitet hatte: Bauchtanz zum Mitmachen, poetische Jonglierkunst und Flamenco-Tanz. Beim Ablauf bekam sie familiäre Unterstützung: Ihre Kinder packten mit an.

An den Ständen berieten die Aussteller ihre Kunden. Waltraud Rosch etwa hatte einen Tisch mit selbst gefertigten Leckereien aufgebaut. Löwenzahnhonig war ebenso im Angebot wie Ingwer- und Holunderblütengelee. Angelika Krohne setzte auf künstlerischen Mandalas aus reiner Seide und genähte Buddha-Bilder. Daneben boten Julia Krüger und Mario Repschläger Kinderkleidung an. "Für einen Trödelmarkt geht es hier unheimlich nett zu", sagten sie.

Konrad Beikircher schaute derweil über sein Grundstück. Er denke, dass sich in der Hofscheune wunderbar junge Kunst präsentieren lasse, erklärte er. Seine Frau plane ohnehin, dort bildenden Nachwuchskünstlern Ausstellungsflächen zu bieten. Er selbst wolle junge Autoren aus ihren Erstlingswerken lesen lassen. "Alles in Absprache mit dem Haus der Sprache. Wir wollen niemandem Konkurrenz bieten. Da würden wir uns doch ins eigene Fleisch schneiden", sagte Beikircher. Er selbst wolle Werkstattabende angehen, eigene, noch nicht aufgeführte Programme vor 40 Leuten ausprobieren. "Alles ohne Kommerz." Und dann träumte der Musikliebhaber noch ein wenig: von einer "Undine"-Opernaufführung auf seiner Wiese. "Die Trauerweide und den Teich als Kulisse dafür haben wir schon."