Eröffnung des Ateliers "Halle 19" im Drehwerk: Eine Halle der Kreativität

Eröffnung des Ateliers "Halle 19" im Drehwerk : Eine Halle der Kreativität

Die Halle ist lichtdurchflutet und großzügig. Zahlreiche Besucher stehen vor den ausgestellten Bildern und Skulpturen, betrachten und interpretieren diese. Da kann es schon mal passieren, dass sich sonst sehr harmonische Paare auch schon einmal ein wenig streiten - schließlich sieht jeder etwas anderes in den Kunstwerken.

Einen neuen Raum für diese Diskussionen hat das Künstlerpaar Rebecca und Michael Althausen mit seiner "Halle 19" in Adendorf geschaffen. Am Wochenende feierte das Paar die große Neueröffnung seines Ateliers, das sich in direkter Nachbarschaft des Drehwerks 17/19 in einer ehemaligen Lagerhalle befindet.

"Für den Namen 'Halle 19' haben wir uns entschieden, weil die Halle die Hausnummer 19 hat - da lag der Name sehr nahe", so Michael Althausen.

Doch bevor die Kunst in die Halle einziehen konnte, musste diese aufwendig umgebaut und saniert werden. Von dieser Phase zeugen Fotos, die das Ehepaar Althausen zur Eröffnungsfeier ausgelegt haben.

"Die rund 100 Quadratmeter große Halle haben wir seit Februar angemietet - mit dem Umbau im Alleingang haben wir direkt begonnen. Wir haben zum Beispiel ein zugemauertes Fenster wieder geöffnet", so Michael Althausen. "Es war viel Arbeit, verbunden mit einigen Investitionen, aber es hat sich gelohnt", fügt Rebecca Althausen hinzu.

Die Künstlerin zeigt in ihrem neuen Atelier ihre vielfältigen Arbeiten. Mal abstrakt, mal sehr realistisch. In eine künstlerische Gattung lässt sie sich nicht einordnen. Auffällig: Sie widmet sich vor allem dem gemalten oder fotografierten Gesicht.

"Ich bewege mich zwischen den Grenzen. Ich lasse mich in kein Korsett zwingen und befolge keine Vorgaben von Galerien, was gerade angesagt ist. Ich arbeite nach Lust und Laune", sagt Rebecca Althausen lachend.

Das Künstlerehepaar wird in der "Halle 19" auch Kunst-Workshops für Malerei und Bildhauerei anbieten - denn der Austausch mit anderen Künstlern und Besuchern des benachbarten Drehwerks ist den Künstlern wichtig. Dienstags wird es ein offenes Atelier geben, sodass man mit Rebecca Althausen ins Gespräch kommen und ihr bei der Arbeit zusehen kann.

"Wir öffnen uns auch anderen Künstlern. Gerne vermieten wir die Räumlichkeiten für Ausstellungen", kündigte Rebecca Althausen an.

"Scherzhaft sage ich immer, dass meine Frau die Bilder malt, ich haue sie", erklärt ihr Ehemann lachend. Von Hause aus ist Althausen Schauspieler - der Bildhauerei widmet er sich erst seit knapp acht Jahren. Seine Werke sprechen dennoch für sich. Detailliert und lebendig präsentieren sie sich dem Betrachter und erweisen sich als echte Hingucker, wie zum Beispiel ein Affenkopf, der täuschend echt aussieht.

"Ich habe keine Themen, denen ich mich verschrieben habe. Ich sehe den Stein und habe dann eine gewisse Vorstellung, was ich daraus machen werde, dennoch sagt mir der Stein letztendlich, was er werden will", so Althausen.

Mehr von GA BONN