Kommentar zu den Plänen bei der Stadthalle Godesberg: Eine Grundlage fehlt

Kommentar zu den Plänen bei der Stadthalle Godesberg : Eine Grundlage fehlt

Die Diskussion über einen Opern- und Theaterneubau in Bad Godesberg hat etwas Positives für den Stadtbezirk. An einem wirklichen Konzept mangelt es jedoch.

Dass Bad Godesberg gleich zu Beginn der Diskussion über einen möglichen Opern- und Theaterneubau in den Fokus rückt, ist erst mal eine gute Nachricht. Angesichts der städtischen Haushaltsmisere kann man schon froh sein, wenn marode Gebäude nicht einfach geschlossen werden (siehe Kurfürstenbad) und womöglich nie wieder aufmachen. Ohne Sanierung sind sowohl die Stadthalle als auch die Kammerspiele ebenso wie die Bonner Oper langfristig nicht weiter zu betreiben. Bleibt nur, mit spitzem Bleistift die beste Lösung zu errechnen. Die könnte auch ein Neubau sein, wie ihn CDU, SPD und FDP jetzt vorschlagen. Der Standort ist unterdessen noch völlig offen.

Für die aktuelle Diskussion fehlt noch eine wichtige Grundlage: ein stadtweites Hallenkonzept, das alle Veranstaltungsorte und ihre Auslastung in den Blick nimmt. Der entsprechende Ratsbeschluss ist inzwischen 17 Jahre alt. Angesichts der fehlenden Übersicht ist es schwer einzuschätzen, ob die Hallenkapazitäten in Bonn auch nach einem Abriss der Stadthalle Bad Godesberg insgesamt ausreichen werden.

Dass viele Bad Godesberger ihr „Wohnzimmer“ vermissen würden, ist klar. Man muss aber auch festhalten: Die Stadthalle ist zwar etwas in die Jahre gekommen, aber trotzdem ein gut geführter Betrieb. Fast 2800 Veranstaltungen im Jahr – das ist eine Zahl, die sich sehen lassen kann und bei den nun anstehenden Abwägungen ebenso ins Spiel kommen muss wie die Sanierungskosten für die verschiedenen Altbauten. Es braucht die beste Lösung – nicht nur, aber auch für Bad Godesberg.

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